KOPF IM BILD

Kriegsfolgen

TEXT: USCHI SORZ
vom 03.06.2020

"Kriege hören nicht auf, wenn die Waffen schweigen", sagt Barbara Stelzl-Marx. "Sie beschädigen die menschliche Seele und die unterschiedlichen Beziehungen oft über Generationen hinweg." Die 49-Jährige ist Professorin für europäische Zeitgeschichte an der Uni Graz und leitet das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung. In Vorträgen, Ausstellungen und Büchern vermittelt sie auch der breiten Bevölkerung immer wieder eindrucksvoll, wie stark sich Kriege -"auf den ersten Blick unsichtbar, gleichsam subkutan eingebrannt" - auf persönliche Biografien, die Politik, Wirtschaft und soziale, humanitäre und kulturelle Bereiche auswirken. Dafür hat sie der Klub der Österreichischen BildungsjournalistInnen heuer zur Wissenschaftlerin des Jahres gewählt. Bekannt wurden etwa ihre Forschungen zum Leben von Besatzungskindern in Österreich oder von hier in der Nachkriegszeit stationierten Rotarmisten. Auf unserem Foto ist Stelzl-Marx auf dem Areal des einstigen Zwangsarbeiterlagers Graz-Liebenau zu sehen, dessen Geschichte sie aufgearbeitet hat.

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