FREIHANDBIBLIOTHEK

BUCHEMPFEHLUNGEN ZUM THEMA VON EMILY WALTON

vom 08.07.2020

Wassertechnik der letzten 2.500 Jahre und ihre Zukunft

Die Be-, Ent-und Versorgung von und mit Wasser ist für die meisten von uns so unkompliziert, dass wir uns wenige Gedanken über die Techniken und Netzwerke dahinter machen. Der Autor David Sedlak legt in seinem Buch dar, vor welchen Herausforderungen die Wassersysteme stehen und wie sich unser Verhältnis zum Wasser ändern muss, um diese zu lösen. Um das zu verstehen, gibt er einen Überblick über die Wassertechnik und deren Entwicklung in den vergangenen 2.500 Jahren von den Aquädukten der Römer bis zu den unterirdischen Leitungen der Neuzeit.

David Sedlak, Water 4.0: The Past, Present and Future of the World's Most Vital Resource, Yale University Press, 332 S.

Wie wir heutzutage mit der lebenswichtigen Ressource Wasser umgehen

Der jüngeren Geschichte von Menschen und Wasser widmet sich Brian Fagan, vormals Professor für Anthropologie an der University of California: Von den Anfängen der Zivilisation zeichnet er fünf Jahrtausende nach. Wie wir heutzutage mit der lebenswichtigen Ressource umgehen, hat, so der Autor, Wurzeln in der weit zurückliegenden Vergangenheit. Er beschreibt auch, wie jede menschliche Kultur vom Wasser geprägt wurde - von den frühen Jägern und Sammlern über die Römer und Griechen, deren Aquädukte teils heute noch genutzt werden, bis zu den heutigen Gesellschaften.

Brian Fagan, Elixir: A History of Water and Humankind, Bloomsbury Publishing, 384 S.

Wo Hoteliers Delfine in der Wüste schwimmen lassen

Frisch ist selbst bei frisch aus der Leitung geflossenem Wasser relativ, denn auch dieses Wasser ist vier Milliarden Jahre alt und könnte daher, theoretisch, auch schon einem Tyrannosaurus Rex als Erfrischung gedient haben. Mit Gedanken wie diesen nimmt Charles Fishman die Leser mit auf eine Entdeckungsreise, die von einer Hightech-Wasserfabrik über eine Reisfarm im Outback Australiens über Las Vegas, wo Hoteliers Delfine in der Wüste schwimmen lassen, bis zu den Wassern auf den Monden Jupiters reicht, und dabei unsere komplexe Beziehung zum Wasser untersucht.

Charles Fishman, The Big Thirst, Simon & Schuster, 402 S.

Wie hydrologische Einflüsse Großstädte bedrohen können

An Paris, Berlin, Lagos, Mumbai, Los Angeles und London zeigt Matthew Gandy die kulturelle Bedeutung von Wasser für Infrastruktur und Urbanität. Dabei geht es um die Kanalisation der französischen Hauptstadt im 19. Jahrhundert und die Rekonstruktion des unterirdischen Paris, oder den Versuch, Berlin zu Zeiten der Weimarer Republik wieder mit der Natur zu vereinen, indem der Zugang zum Schwimmen im See gesichert wurde. Ein Gedankenspiel widmet sich einem fiktionalen London, um zu untersuchen, wie hydrologische Einflüsse Großstädte bedrohen können.

Matthew Gandy, The Fabric of Space: Water, Modernity, and the Urban Imagination, MIT Press, 362 S.

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