ARCHÄOLOGIE

Lebendtiertransporte nach Tirol gab es schon in der Spätbronzezeit

Die Bewohner des bronzezeitlichen Tirols ließen sich nicht nur lebende Rinder und Schweine zustellen, sondern auch einzelne Rippenstücke

vom 21.10.2020

Die Tiroler waren schon in der Bronzeund Eisenzeit wirtschaftlich organisiert: Sie ließen sich Schweine und Rinder als Lebendvieh liefern und schlachteten diese professionell, berichten Forscher aus Wien und Innsbruck. Zusätzlich wurde ihnen auch einzelne Rippenstücke zugestellt. Das zeigen Tierknochenfunde aus Schwaz-Brixlegg, erklären die Forscher im Fachmagazin Archaeofauna.

Ein Team um Konstantina Saliari vom Naturhistorischen Museum Wien und Gert Goldenberg vom Institut für Archäologie der Universität Innsbruck inspizierte Tierknochen von drei Fundstellen in Schwaz-Brixlegg (Weißer Schrofen, Rotholz und Bauernzeche). Die Knochen stammen aus Bergarbeiterorten der Spätbronzeund frühen Eisenzeit, als dort vor 3.300 bis 2.450 Jahren Kupfer abgebaut wurde.

So wie die Tierskelette verteilt waren, muss das Vieh als Ganzes und lebend herangeschafft worden sein, meinen die Forscher: "Die Bergleute wurden mit bester Fleischqualität versorgt, und die Schlachtung und Verarbeitung der Tiere professionell durchgeführt." Es gäbe auch Hinweise auf die Lieferung zusätzlicher Fleischpakete, etwa in Form von Rippenstücken. All dies zeige eine "hervorragende ökonomische Organisation" der frühen Tiroler. Im Wandel der Spätbronze-zur Eisenzeit änderte sich allerdings deren Kost: Hatten sie zunächst meist Schweinernes auf den Tellern, verspeisten sie später vorwiegend Rindfleisch.

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