BIOLOGIE

Unglaublich, aber wahr: Mein Schwein wird durchsichtig

"Klären" nennt man eine Methode, um milchiges Gewebe durchsichtig zu machen. Nun ist das auch bei pigmentierten Tieren gelungen

CLAUDIA STIEGLECKER
vom 21.10.2020

Die Biologie beschäftigt sich mit der Erforschung der belebten Natur. Unter anderem werden die Vorgänge im Inneren von Organismen untersucht. Oft ist das aber gar nicht so einfach: "Jedes Tier, das im Licht lebt, ist voller Pigmente", sagt Florian Raible von den Max Perutz Labs am Vienna Biocenter. "Diese Farbstoffe schützen vor Sonneneinstrahlung, behindern allerdings auch den Blick ins Innere."

In Zusammenarbeit mit dem Labor von Hans-Ulrich Dodt an der TU Wien ist es Raibles Forschungsgruppe nun gelungen, auch pigmentierte Tiere transparent werden zu lassen. Dazu werden Präparate nacheinander mit verschiedenen Lösungen behandelt.

Bisher diente das sogenannte "Klären" dazu, milchiges Gewebe transparent zu machen: "Unsere Wirkstoffkombination ermöglicht es jetzt, auch Tiere mit Pigmenten zu klären. Die Methode funktioniert rasch und schonend für viele unterschiedliche Arten." Im nächsten Schritt werden mit fluoreszierenden Molekülen jene Strukturen im transparenten Gewebe markiert, die für die Mikroskopie sichtbar gemacht werden soll. "Man kann sich das wie bei Zaubertinte vorstellen", erklärt Raible. "Zuerst wird Papier gebleicht, das danach mit Zaubertinte markiert wird. Durch Beleuchtung kann man die Tintenmarkierung dann sehen."

Diese neue Technik sei ein großer Fortschritt, so Raible: "Wir erhalten damit sehr klare Aufnahmen, die in die Tiefe gehen."

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