KOPF IM BILD

Universelle Systeme

TEXT: USCHI SORZ FOTO: MARTIN VANDORY
vom 21.10.2020

"Gerade einfach aufgebaute Systeme sind oft universell", sagt Gemma De las Cuevas. "Schon wenige Regeln genügen, um eine überraschende Komplexität hervorzubringen." Das Alphabet des Lebens etwa hat nur vier Buchstaben, nämlich die der vier DNA-Basen, wobei sich jedes Gen aus unzähligen Kombinationen dieser zusammensetzt. De las Cuevas ist Assistenzprofessorin am Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck und erhielt einen START-Preis des Wissenschaftsfonds FWF, um dem Phänomen der Universalität auf die Spur zu kommen. Dazu vergleicht sie mehrere wissenschaftliche Disziplinen: "Wir beginnen mit der Universalität in der Physik, der Theoretischen Informatik und in künstlichen neuronalen Netzen", so die 35-Jährige. "Möglicherweise können wir die Analyse dann auf Aspekte der Biologie oder Linguistik ausdehnen und Quantenkonzepte einbeziehen." Das Ziel ist eine gegenseitige Befruchtung mit Ideen, Beweisen und Ergebnissen. "Außerdem werden wir eine der faszinierendsten Konsequenzen von Universalität untersuchen: das mathematische Problem der Unentscheidbarkeit."

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