ALLERGIEFORSCHUNG

Kollagen ist ein oft übersehenes Allergen bei Fischunverträglichkeiten

Fischallergien nehmen weltweit zu. Sie können einen anaphylaktischen Schock auslösen. Kollagen wurde als einer der Auslöser festgestellt

BARBARA FREITAG
vom 04.11.2020

Immer mehr Menschen weltweit leiden an einer Fischallergie. Bei dieser Allergieform ist die Wahrscheinlichkeit eines anaphylaktischen Schocks höher als bei vielen anderen Lebensmittelallergien. Schon der Hautkontakt mit Fischen und das zufällige Einatmen von Fischdämpfen können eine allergische Reaktion auslösen. Zudem enthalten viele kosmetische und pharmazeutische Produkte Fischkollagen. In einer gemeinsamen Studie mit australischen Wissenschaftern konnte ein Team unter Heimo Breiteneder der MedUni Wien zeigen, dass ein im Fisch enthaltenes Kollagen ein wichtiges Allergen ist, das jedoch bei der Diagnose oft übersehen wird.

Einer der Gründe dafür: In den meisten kommerziell erhältlichen Diagnosetests ist Kollagen in zu geringen Mengen enthalten, da die Tests auf wässrigen Extrakten beruhen, in denen sich Kollagen aber nicht löst. Dadurch fehlt es dann in jenen Lösungen, die für Forschung und Diagnose eingesetzt werden.

Die Studie umfasst eine Kohorte von über hundert Personen. Durch spezifische IgE-Messverfahren und zellbasierte Tests konnte dargestellt werden, dass Kollagen für etwa zwanzig Prozent der Personen mit Fischallergie, von denen einige negativ auf andere bekannte Fischallergene getestet wurden, ein wichtiges Allergen ist. Fischkollagen ist nun offiziell in der Datenbank des Allergen Nomenclature Sub-Committee der WHO/IUIS als Allergen registriert.

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