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Demenz: Das Glossar

JOCHEN STADLER
vom 31.03.2021

Aktivität Körperliche, geistige und soziale Aktivitäten senken das Risiko für kognitiven Abbau durch Demenz-Erkrankungen.

Alzheimer, Alois Deutscher Psychiater, der 1906 bei einer Fachtagung zum ersten Mal das Krankheitsbild der später nach ihm benannten neurodegenerativen Gehirnerkrankung vorstellte.

Alzheimer-Krankheit Mit 60 bis 70 Prozent der Fälle ist Morbus Alzheimer die häufigste Form der Demenz und in Österreich die dritthäufigste Todesursache.

Beta-Amyloid Eiweißstoff, der sich im Gehirn von Alzheimer-Kranken außerhalb der Zellen in schädlichen Plaques ansammelt.

Betreuung Die meisten Menschen mit Demenzerkrankung werden zu Hause betreut, nur 15 Prozent in Heimen.

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit Seltene, tödliche Gehirnerkrankung, bei der sich veränderte Eiweißstoffe (Prionen) im Gehirn vermehren und das Gewebe schwammartig auflösen.

Demenz Chronisch fortschreitende Erkrankung, bei der die "Verstandeskraft" schwindet.

Demenzrisiko Nimmt mit dem Alter exponentiell zu. Ab dem 60. Lebensjahr ist rund ein Prozent der Bevölkerung davon betroffen, von den 80-Jährigen schon ein Viertel.

Diagnose Bei nur 20 bis 30 Prozent der Betroffenen wird die Krankheit medizinisch diagnostiziert. Bei den anderen bleiben die Demenz-Erkrankungen unerkannt.

Diagnosegespräch Die wichtigste Methode, zwischen Demenz-Erkrankungen und anderen medizinischen Problemen zu unterscheiden, sind lange Gespräche mit den Betroffenen und Angehörigen sowie neuropsychiologische Tests.

Erblichkeit Etwa fünf Prozent aller Demenz-Erkrankungen sind auf Erbfaktoren zurückzuführen.

Frauen sind deutlich häufiger von Demenz betroffen als Männer. In Österreich sind zwei Drittel der Erkrankten weiblich.

Frühes Eingreifen Umso eher man eine Demenz-Erkrankung erkennt und behandelt, umso besser kann man ihr Fortschreiten mit medikamentösen und anderen Interventionen einbremsen.

Heilung Ist bei Demenz-Erkrankungen nicht möglich.

Hippocampus Eine Gehirnregion, die für die Übertragung von Gedächtnisinhalten aus dem Kurz-ins Langzeitgedächtnis und räumliches Merken verantwortlich ist. Bei Demenz als erste betroffen.

Lebenserwartung Eine hohe Lebenserwartung ist der wohl größte Risikofaktor für Demenz. Demenzerkrankungen wiederum reduzieren die Lebenserwartung.

Mini-Mental-Status-Test Diagnose-Instrument für Demenz, bei dem die Patienten bzw. Patientinnen mit einfachen Fragen, etwa nach Datum und Uhrzeit, und Aufgaben wie Nachsprechen und Befolgung von Anweisungen konfrontiert werden. Danach werden ihre kognitiven Funktionen bewertet. Liegt ihre Gedächtnisleistung stark unter dem Durchschnitt, besteht Demenz-Verdacht.

Misserfolge An Medikamenten gegen die Alzheimer-Krankheit haben sich schon viele Forschende und Firmen versucht, darunter Roche, Eli Lilly, Astra Zeneca, Johnson &Johnson, Merck & Co und Pfizer, die schon Rückschläge verdauen mussten oder ganz aufgaben. Über hundert klinische Studien erbrachten bisher keine wirksame Therapie.

Neuronale Ceroid-Lipofuszinose Wird auch als Kinder-Alzheimer-Krankheit bezeichnet. Ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung, bei der gesunde Nervenzellen durch Abfallstoffe des Zellstoffwechsels getötet werden. Tritt meist im Alter von ein bis acht Jahren auf.

Pick-Krankheit Demenz-Form, bei der Stirn-und Schläfenlappen des Gehirns zerstört werden. Persönlichkeit und Verhalten ändern sich frappant.

Risikofaktoren Neben fortschreitendem Alter und dem Erbgut ist das Geschlecht ein persönlich nicht modifizierbarer Risikofaktor: Frauen sind stärker betroffen als Männer. Das liegt nicht nur daran, dass sie im Schnitt älter werden, auch Depressionen, Diabetes, Schwerhörigkeit, Übergewicht, Bluthochdruck und Schlafstörungen erhöhen das Erkrankungsrisiko.

Symptome Symptome einer Demenz-Erkrankung sind Gedächtnisverlust, Unbeweglichkeit, ein langsamer, breitbeiniger Gang sowie Verhaltensstörungen wie Apathie oder Launenhaftigkeit.

Tau Eiweißstoff, der sich in Gehirnzellen von Alzheimer-Kranken ansammelt.

Therapie Muss sich bei Demenz darauf beschränken, die Symptome zu bekämpfen und den Verlauf zu verzögern.

Ursache Was eine Demenz auslöst, ist unbekannt. Sicher ist aber, dass im Gehirn der Betroffenen typische neuropathologische Veränderungen stattfinden: Es kommt zum Beispiel bei der Alzheimer-Krankheit zu abnormen Ablagerungen der Eiweißstoffe Beta-Amyloid und Tau.

Vorsorge Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, geistiger Betätigung, ausreichend sozialen Kontakten und regelmäßiger Bewegung ist nicht nur allgemein für die Gesundheit förderlich, sondern drückt auch das Demenz-Risiko.

Zukunft Während es heutzutage in Österreich 130.000 Demenz-Erkrankte gibt, werden es laut Schätzungen im Jahr 2050 260.000 sein.

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