JUNGFORSCHERINNEN

Diese Jungforscherinnen können sich über ein "Women in Science"-Stipendium freuen. L'Oréal vergibt es jährlich mit der österreichischen UNESCO-Kommission und der ÖAW

USCHI SORZ
vom 31.03.2021

Alexandra Gülich, 31, MedUni Wien Am Institut für Infektiologie, Pathophysiologie und Immunologie erforscht die PhD-Studentin die Funktion von Genen und deren Wirkmechanismen im Immunsystem. "Infektions-oder Autoimmunkrankheiten können jeden treffen, entsprechend groß ist der Bedarf an einem besseren Verständnis des Immunsystems." Es ist imstande, im Körper Erreger abzuwehren. "Unsere Gene sorgen dafür, dass der entzündliche Prozess der Abwehr schnell, effektiv und spezifisch erfolgt und wieder abklingt." Die Organe des Immunsystems, also Lymphknoten, Thymus und Milz, sind weniger bekannt als zum Beispiel Herz oder Leber. "Darum ist Wissenschaftsvermittlung so wichtig." Im Zentrum ihrer Arbeit steht ein Gen, das bisher unbekannte Funktionen ausübt und es T-Zellen ermöglicht, Viren und Tumorzellen zu bekämpfen.

Sandra Müller, 30, Uni Wien und TU Wien Sie befasst sich mit der Grenze dessen, was Mathematik beweisen kann. Was meinen wir mit "unendlich groß"? Wie viele Unendlichkeiten gibt es und wie sehen sie aus? Solche Fragen bilden die Grundpfeiler der Mengenlehre. Vor allem die mysteriöse Verbindung zwischen großen Kardinalzahlen und Determiniertheitsaxiomen fasziniert Müller. "Große Kardinalzahlen sind Axiome, welche die Existenz unvorstellbar großer Zahlen erfordern. Determiniertheitsaxiome dagegen beeinflussen relativ kleine Objekte in der Hierarchie der Unendlichkeiten." Sie besagen, dass in unendlich langen Spielen immer einer der Spieler eine Gewinnstrategie besitzt. "Dass solche einfachen Aussagen weder bewiesen noch widerlegt werden können, hat mich zuerst irritiert und dann umso mehr gereizt, hier mehr herauszufinden."

Anna Maria Wernbacher, 31, Uni Wien Das Forschungsprojekt der Chemikerin beschäftigt sich mit organischen Leuchtdioden (OLED), wie sie in Smartphone-Displays verwendet werden. Sie leuchten, weil lichtemittierende Verbindungen elektrisch angeregt werden. "Ein Problem ist, wie gut die elektrische Energie in Licht umgewandelt werden kann", sagt die Grazerin, die sich schon als Schülerin für Naturwissenschaften begeisterte. Als Postdoc am Institut für Theoretische Chemie arbeitet sie daran, die Mechanismen, die zur Lichtemission führen, besser zu verstehen. Dazu modelliert sie eine neue Klasse lichtemittierender Moleküle. "Das heißt, ich berechne deren Eigenschaften mit quantenchemischen Methoden." Sie möchte klären, "welche Prozesse zur Lichtemission führen können und wie man diese durch gezielte Modifikationen der Moleküle beeinflussen kann".

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