BIOLOGIE

Würze hängt vom Kontostand ab

Gewürzgebrauch ist unabhängig von Hitze oder Kultur

SABINE EDITH BRAUN
vom 31.03.2021

Von A wie Amchoor bis V wie Vetiver: 33.730 Rezepte aus 70 Küchen mit 93 Gewürzen analysierte eine australische Studie. Wobei: Was gilt als Gewürz?"Wir verstehen darunter eine Zutat, die einem Gericht in relativ geringen Mengen zugesetzt wird, hauptsächlich wegen Geschmack, Farbe oder Geruch, und nicht wegen Volumen-, Ernährungs-oder pharmazeutischer Wirkungen", erklären die Autoren um Lindell Bromham. Untersucht wurde, ob geografische Würzmuster mit der Entwicklung der Küche als Reaktion auf Risiken lebensmittelbedingter Infektionen übereinstimmen, ob also in Ländern, in denen Essen schneller verdirbt, mehr und schärfer gewürzt wird, wobei es sich meist um heiße Länder handelt.

Es stellte sich heraus, dass der Gewürzgebrauch ebenso wenig durch Hitze erklärt werden kann wie durch eine Vielfalt an Kulturen, Pflanzen und natürlich vorkommenden Gewürzen in einer Region. Zwar korrelieren Gewürzverwendung und Durchschnittstemperatur, allerdings als indirektes Ergebnis eng verwandter Kulturen, die eben ähnliche Temperaturen und Würzmuster aufweisen.

Werden die Gewürze wegen ihrer mikrobiellen Fähigkeit verwendet? Weil auch Gesundheitsergebnisse global korrelieren, wurden Variable wie die Zahl der Verkehrstoten und das Bruttoinlandsprodukt eingerechnet. Ergebnis: Der Gebrauch von Gewürzen und das Infektionsrisiko hängen von Variablen wie Armut und schlechten Gesundheitsergebnissen ab -ohne direkten Zusammenhang mit Infektionsrisiko oder antimikrobiellen Wirkstoffen.

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