MEDIZIN

Allergie oder doch chronisch?

Neueste Forschungsergebnisse zur vollen Nase

DIETER HÖNIG
vom 28.04.2021

Ständig ist die Nase voll? Auch im Sinn des Wortes trifft das auf Hunderttausende Österreicher*innen zu. Das häufige Gefühl, zu wenig Luft durch die Nase zu bekommen sowie Druckschmerzen im Gesicht und Riechstörungen können mehrere Ursachen haben.

"Für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung müssen zwei der folgenden Symptome für mindestens zwölf Wochen vorliegen: verstopfte Nase oder Sekretion, Druck und Schmerzen im Gesicht und eingeschränkter Geruchssinn", erläutert Boban M. Erovic, Vorstand des Instituts für Kopf- und Halserkrankungen am Evangelischen Krankenhaus in Wien. "Anfallsartiges Niesen, Nasenjucken, oft ergänzt durch tränende, brennende und gerötete Augen weisen hingegen auf eine allergische Ursache hin", ergänzt Christian A. Müller, Leiter der Ambulanz für Riech-und Schmeckstörungen an der HNO-Klinik der MedUni Wien.

Bei Unklarheiten sollten jedenfalls eine Computertomografie der Nasennebenhöhlen sowie ein Allergietest durchgeführt werden. Liegt das Problem in der Nase selbst, etwa in Form eines Polypen oder einer verkrümmten Nasenscheidewand, muss vorrangig dieses behandelt werden.

Bei Allergieverdacht wird zusätzlich zum Hauttest am Unterarm auch im Blut nach spezifischem IgE gesucht, das die Sensibilisierung auf bestimmte Allergene nachweist. Bei Verdacht auf multiple Allergien kann die Anwendung der neuesten Allergiechip-Technologie hilfreich sein, bei der mehr als hundert Allergene gleichzeitig untersucht werden können.

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