LIMNOLOGIE

Wie können Lebewesen auf sich ändernde Umstände richtig reagieren?

Der Konkurrenzkampf und die Anpassung an neue Umweltbedingungen erweist sich für Lebewesen als teilweise unvereinbar

JOCHEN STADLER
vom 28.04.2021

Der Klimawandel erschwert vielen Pflanzen und Tieren das Leben. Noch dazu machen ihnen immer öfter von Menschen eingeschleppte Arten Lebensraum und Futter streitig. Sie müssen sich an neue Umstände anpassen und gleichzeitig gegen zusätzliche Konkurrenten behaupten. Das funktioniert nicht immer, fand die österreichische Biologin Romana Limberger heraus. Teils können sich Lebewesen nur ohne Konkurrenz gut anpassen, teils mindert eine gute Anpassung die Durchsetzungskraft gegenüber Konkurrenten, berichtet sie mit Kolleg*innen im Magazin Proceedings B der Royal Society. Limberger ließ am Forschungsinstitut für Limnologie der Universität Innsbruck unterschiedliche Arten von winzigen Algen für etliche Generationen in immer höher werdenden Salzkonzentrationen wachsen. Zwei Arten gewöhnten sich daran und wuchsen trotz der Versalzung gut -zumindest, wenn sie allein lebten. Eine davon hatte Probleme, wenn auch andere Arten neben ihr waren. Der Konkurrenzkampf machte ihre Anpassung zunichte.

Die Forschenden setzten in einem zweiten Experiment zwei Arten gemeinsam immer höheren Salzkonzentrationen aus. Die Anpassung funktionierte hier zwar trotz Konkurrenz, aber eine der beiden Mikroalgenarten verlor dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit bei guten Bedingungen, also bei normalen Salzmengen. Anpassungs-und Wettbewerbsfähigkeit kommen einander oft in die Quere, erklärt Limberger.

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