FORSTWISSENSCHAFT

Der Klimawandel lässt die Wälder der Welt brennen

Laut Modellberechnungen steigt die Waldbrandgefahr weltweit in den kommenden Jahrzehnten stark an

JOCHEN STADLER
vom 29.09.2021

Der heurige Sommer brannte sich in viele Erinnerungen ein. Unkontrollierbare Feuer fraßen sich durch Baumlandschaften in Italien, Griechenland, Spanien, der Türkei, Sibirien und Kalifornien und wüten dort teils immer noch. Der Klimawandel wird die Brände in Zukunft weiter eskalieren lassen, sagt der Forstsystemexperte Florian Kraxner. Laut Modellberechnungen steigt die Waldbrandgefahr weltweit in den kommenden Jahrzehnten stark an. Zusätzlich werden die Feuer immer intensiver ausfallen. Vermindern könnte man solche Desaster nur, wenn man die Klimaziele von Paris endlich ernst nimmt und erfüllt.

Kraxner hat mit Kolleg*innen am Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien ein Computermodell namens FLAM entwickelt. Die Wissenschaftler*innen berechnen damit bei verschiedensten Klimaszenarien und Bewirtschaftungsformen die Wahrscheinlichkeit für Waldbrände in den jeweiligen Regionen weltweit und schätzen ihre mögliche Ausdehnung, Intensität und Emissionen ab.

Auch in Österreich steigt die Gefahr: "Laut unseren Berechnungen nehmen die Wahrscheinlichkeiten, dass Feuer ausbrechen, als auch deren Brandfläche kontinuierlich zu", berichtet Kraxner. In der alpinen Landschaft sind sie oft schwer zu bekämpfen. Reduzieren könne man die Gefahr durch Klimaschutz und angepasste Waldbewirtschaftung, unterstützt durch verbesserte Aufklärung.

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