KRISENMANAGEMENT

Hoffnung im Wintersemester

Wieder im Hörsaal: Mit Impfen, 3-G-Regel und ständigem Anpassen an die Infektionslage durchs Wintersemester

JOHANNES MÖRTH
vom 29.09.2021

Studienstart im Wintersemester 2021/22: Auf der einen Seite steht der Wunsch der Studierenden, Lehrenden und Forschenden nach einem normalen Hochschulbetrieb in größtmöglicher Präsenz. Auf der anderen Seite rollt gerade die vierte Infektionswelle des Coronavirus mit stark steigenden Infektionszahlen heran.

"Die Universitäten und Hochschulen haben in den vergangenen 1,5 Jahren eindrucksvoll bewiesen, wie erfolgreich und verantwortungsvoll sie durch die Corona-Pandemie navigieren können. Deshalb gehe ich davon aus, dass sie das jetzt, wo es eine Corona-Impfung gibt, noch erfolgreicher schaffen werden", sagt Elmar Pichl, Leiter der Hochschulsektion Wissenschaftsministerium. Die Grundlage dafür biete das zweite Covid-19-Hochschulgesetz, das den Hochschulleitungen die flexible Anwendung der 1-G-, 2-G- oder 3-G-Regelung einräumt.

" Damit entscheiden sie selbst im Rahmen ihrer Autonomie, wie sie den Zugang zur Universität bzw. Hochschule an ihren Standorten gestalten wollen", betont Pichl.

So steht es auch in dem Fünf-Punkte-Fahrplan, den das Ministerium anlässlich des Starts des Wintersemester vorgelegt hat. Es handelt sich um Empfehlungen, an denen sich die einzelnen Universitäten und Hochschulen orientieren können.

Und das tun sie durchaus, wie aus einer kürzlich durchgeführten Umfrage der Universitätenkonferenz an allen 22 öffentlichen Universitäten hervorgeht. Sie zeigt, dass die Hälfte der Universitäten im Wintersemester von Präsenzlehrveranstaltungen von mehr als neunzig Prozent ausgeht, darunter die WU Wien, die Universität Graz sowie insbesondere die Kunstund Medizinuniversitäten. An den übrigen Universitäten beträgt der Anteil der geplanten Präsenzlehrveranstaltungen bis zu achtzig Prozent.

Durchwegs alle 22 öffentlichen Universitäten setzen derzeit auf die 3-G-Regel, wobei die Umsetzung von Uni zu Uni variiert. Die Kontrollen reichen von lückenloser bis zu stichprobenartiger Überprüfung.

An der TU Wien wurde eine Art "Grüner Pass" entwickelt, der die Kontrolle von 3-G-Nachweis und Identität in einem Schritt ermöglicht. Zusätzlich zu den 3-G-Regeln empfiehlt die Mehrheit der Unis das Einhalten von Mindestabständen, an der TU Wien etwa bleibt in den Hörsälen jeder zweite Platz frei. Die Hälfte der Standorte schreibt außerdem derzeit eine Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen und auf Verkehrsflächen vor.

Am wichtigsten ist aber, dass alle öffentlichen Universitäten Impfaktionen für ihre Studierenden und Lehrenden gestartet haben. Beispiele gibt es viele, allen voran die Impfstelle der TU Wien in Kooperation mit der Stadt Wien: www.tuwien.at/tu-wien/corona/schutzimpfung-an-dertuw und https://coronavirus.wien.gv.at/impfen-ohne-termin

Am Campus der Universität Klagenfurt bestehen am 1., 4. und 5. Oktober Impfmöglichkeiten für alle Studierenden und Beschäftigten: www.aau. at/corona In einer Gemeinschaftsaktion bieten die steirischen Hochschulen eine "Fast Lane" bei der Impfstraße in der Grazer Messe. Sie steht bis zum 11. Oktober zur Verfügung: www.steiermark-impft.at

Mit einer Rückkehr zu überwiegendem Distance Learning rechnen die Universitäten im Wintersemester 2021/22 übrigens nicht, wohl aber mit einem "Finetuning" der Corona-Maßnahmen -je nach Infektionslage.

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