GASTKOMMENTAR

Central European University: Das Gebot der Zusammenarbeit

SHALINI RANDERIA
vom 27.10.2021

Kürzlich konnte ich über 700 neue Studierende an der CEU begrüßen. Auch wenn einige von ihnen aufgrund von Mobilitätsbeschränkungen durch Covid noch nicht persönlich anwesend sein können, ist die Energie auf dem Campus in Wien spürbar: Es handelt sich um einen Jahrgang von Studierenden und Doktorand*innen, die interessiert daran sind, unsere in den USA und Österreich akkreditierten Studiengänge zu absolvieren, junge Menschen, die großteils aus Ländern außerhalb der EU kommen. Über achtzig Prozent erhalten ein Stipendium. Wir sind zwar eine Privatuniversität, die keine öffentlichen Mittel erhält, jedoch stehen unsere Türen für jene Studierenden offen, die sich eine hochwertige Hochschulbildung nicht leisten könnten. Wir bieten eine intensive Betreuung durch kleine Klassengruppen, unserer Faculty lehrt auf Englisch und kommt aus über achtzig Ländern weltweit.

Die CEU war aufgrund eines Gesetzes ("Lex CEU") gezwungen, alle Lehrprogramme mit amerikanischer Akkreditierung aus Budapest abzuziehen. Einrichtungen wie das Democracy Institute, das Institute of Advanced Study und die Open Society Archives werden jedoch weiterhin in Budapest aktiv bleiben. Themen wie akademische Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und die Bekämpfung populistischer Systeme begleiten die CEU aus unmittelbarer Betroffenheit. Themen wie Nachhaltigkeit, ökonomische Konzepte zur Armutsbekämpfung, Fragen zu Minderheitenschutz und Menschenrechte sind Schwerpunkte in Forschung und Lehre. Unsere Studierenden wollen wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält, sie begnügen sich nicht damit, etwas über Ungleichheit zu lernen, sondern sie wollen die Welt, in der wir leben, hinterfragen und zum Besseren verändern.

Im Mittelpunkt steht dabei das Gebot der Zusammenarbeit: Wir brauchen transdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit, um dringende globale Herausforderungen lösen zu können. Auf institutioneller Ebene sind wir dafür sehr gut aufgestellt. Wir profitieren von unseren internationalen Netzwerken mit acht universitären Partnern in CIVICA, der Europäischen Universität für Sozialwissenschaften, die acht führende Hochschulen vereint, und durch OSUN, das Open Society University Network mit weltweit über vierzig Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Wichtig ist uns die Kooperation mit österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen, so erkunden wir mit AK und WWTF im Rahmen der Initiative der Stadt Wien zum Digitalen Humanismus die Zukunft der Arbeit; wir sind Partner im Complexity Science Hub; mit IHS und WIFO kooperieren wir zum Thema der evidenzbasierten Politikgestaltung. Sprechen Sie uns an: Wir möchten gern mit Ihnen zusammenarbeiten und das unsere zum Wissenschaftsstandort Wien beitragen.

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