WISSENSCHAFTSPOLITIK

Neuerdings in Österreich möglich: Forschen mit dem Mikrozensus

Um zu einer Problemlage entsprechenden politischen Entscheidungen kommen zu können, sind beforschbare Daten notwendig

WERNER STURMBERGER
vom 01.12.2021

Wie hoch ist die Impfquote an Österreichs Schulen? Klingt nach einer einfachen Frage, die ebenso einfach mit statistischen Daten zu beantworten sein müsste. Schließlich sind solche Fragen und Daten für die Entscheidungen der Politik und die Arbeit der Verwaltung relevante Informationen. Trotzdem lassen sie sich momantan gar nicht einfach ermitteln.

Denn dafür ist es notwendig, öffentliche Datenregister miteinander zu verknüpfen, wobei jedoch gleichzeitig der Datenschutz zu wahren ist. Das bedeutet auch, dass die Ergebnisse nur in Form von Statistiken an einen Auftraggeber übermittelt werden dürfen. So sind keine Aussagen über einzelne Personen möglich. Die Individualdaten liegen bei der Institution Statistik Austria, die solche Analysen für Ministerien durchführt, unter Verschluss.

Mit dem Austrian Micro Data Center (AMDC) hat nun die österreichische Bundesregierung ein Forschungszentrum eingerichtet, dessen Arbeit die Beantwortung gesellschaftlich relevanter Forschungsfragen erleichtern wird.

Forschende können nach Zustimmung der betreffenden Ministerien auf ausgewählte und für ihre Forschungszwecke notwendige Datenbestände zugreifen. Für die Wahrung der Datensicherheit ist die Statistik Austria verantwortlich, die das Forschungszentrum betreut. Die Daten liegen dabei auf separaten Servern der Statistik Austria und können nicht lokal gespeichert werden.

Der Zugriff auf Verwaltungsdaten ermöglicht es heimischen Forscher*innen, innovative Forschungsansätze zu entwickeln und genauere Ergebnisse zu generieren. Die Politik kann so künftig besser gesicherte Entscheidungen treffen und die Auswirkungen getroffener Maßnahmen genauer analysieren.

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