EDITORIAL

Wie sag' ich's?

CHRISTIAN ZILLNER
vom 27.04.2022

Öfter in seiner Kolumne und im Interview in dieser Ausgabe erklärt Florian Freistetter, wie wichtig es ist, der Bevölkerung Österreichs die Leistungen der Wissenschaft nahezubringen. Er weist dabei darauf hin, dass diese Bevölkerung der Wissenschaft misstraut, sie als Eliteprodukt wahrnimmt.

Was sie ja auch ist. Doch verständlicherweise möchte sich die fleißige Wissenschaftler*in nicht als Herrenmensch verstehen, das wie ein Oligarch in einem nur seinesgleichen verständlichen Argot spricht. Aber auch das ist ein Fakt.

Wissenschaftskommunikation hat bislang darin bestanden, diese Fakten zu ignorieren und ein Pidgin der Wissenschaften zu sprechen. Davon lässt sich die Bevölkerung nicht beeindrucken. Womöglich wäre es sinnvoll, in der Wissenschaftskommunikation einmal diese Fakten zu akzeptieren. Dann stünde man vor der Frage: Wie vermitteln wir Wissenschaft nun?

Aus der Frage könnte sich eine Studienrichtung entwickeln, die mit wissenschaftlich fundierten Konzepten statt mit Marketingund PR-Litaneien aufwartet, die an einschlägigen "Akademien" vorgebetet werden. Kommunikationswissenschaften? Bitte nicht. Ich denke schon an Science und weniger an Humanities. Die versagen nämlich, wie der Wissenschaftswiderwille unserer Bevölkerung beweist.

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