KOPF IM BILD

Attosekunden-physik

USCHI SORZ
vom 28.09.2022

Eine Attosekunde, das Trilliardstel einer Sekunde, "verhält sich zu einer Sekunde wie eine Sekunde zum Alter des Universums", sagt Marcus Ossiander. "Für das Design der nächsten Generation von Solarzellen oder Prozessoren müssen wir Prozesse, die auf derart kurzen Längen-und Zeitskalen ablaufen, verstehen." Der Münchner hat in Harvard (USA) zur Metaoptik geforscht und wird nun an der TU Graz ein Mikroskop zur präzisen Messung ultrakurzer chemischer Reaktionen bauen - mit 1,2 Millionen Euro aus einem START-Preis vom Wissenschaftsfonds FWF.

Mit herkömmlichen Linsen lässt sich das zur Beobachtung kleinster elektronischer Bewegungen nötige extrem kurzwellige ultraviolette Licht nicht bündeln. Ossiander wird darum Nanostrukturen nutzen, wie man sie in Virtual-Reality-Brillen einsetzt. "Metaoptiken erlauben es uns, Linsen und Prismen zu schrumpfen. Wenn sie nur noch einen halben Mikrometer dünn sind, können sie kein Licht mehr absorbieren, das eröffnet einen ganz neuen spektralen Bereich für Mikroskope."

Mehr aus diesem HEUREKA

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!