Chronik der Wissenschaft: Österreichs Forschung nach 1945

aus HEUREKA 4/00 vom 27.09.2000

1945 Ende August findet erstmals das Europäische Forum Alpbach statt.

1947 Österreich beschließt die Teilnahme am Marshall-Plan (ERP - European Recovery Program) und wird in die UNESCO aufgenommen.

1949 Ein "Notring der wissenschaftlichen Verbände Österreichs" wird eingerichtet.

1955 Die Regierung beschließt ein neues Hochschulorganisationsgesetz (HOG), das im Wesentlichen Regelungen aus den 1870er-Jahren ablöst.

1956 Gründung der Österreichischen Studiengesellschaft für Atomenergie (SGAE), aus der sich das Forschungszentrum Seibersdorf (heute: ARCS) entwickeln wird.

1960 wird die Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft ins Leben gerufen, die heute über hundert einzelne Forschungsstellen und Institute in verschiedensten Disziplinen umfasst.

1962 Einrichtung des ERP-Fonds, der jene Mittel verwaltet, die aus dem European Recovery Programm, dem Marshall-Plan, nach Österreich geflossen sind. Heute ist der hoch dotierte Fonds im Wirtschaftsministerium angesiedelt.

1963 In einem ehemaligen Schulgebäude beginnt das Institut für Höhere Studien (IHS) mit seinem Forschungs- und Lehrbetrieb und (re)importiert moderne Sozialforschung nach Österreich.

1965 Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien.

1966 Einrichtung des Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank (siehe Seite 12) und Gründung der Johannes-Kepler-Universität Linz.

1967 Das Forschungsförderungsgesetz ermöglicht die Einrichtung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und des Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF).

1970 Gründung eines eigenen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung sowie der Universität für Bildungswissenschaften in Klagenfurt.

1972 werden mit einer Novelle zum Hochschultaxengesetz die Studiengebühren abgeschafft. Das Internationale Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) nimmt seine Forschungen auf.

1975 wird das Universitätsorganisationsgesetz (UOG) nach langer Diskussion beschlossen, das zu einer Demokratisierung der Universitäten - bei gleichzeitig unangetasteter Budget- und Personalhoheit des Ministeriums - führt.

1981 Verabschiedung des neuen Forschungsorganisationsgesetzes (FOG).

1982 Gründung des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung sowie des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM).

1984 Einrichtung der Innovationsagentur zur Förderung von Technologietransfer.

1987 Vollmitgliedschaft Österreichs bei der European Space Agency (ESA). Die Joanneum Research in Graz und der Innovations- und Technologiefonds werden gegründet.

1989 Die Holdinggesellschaft der Verstaatlichten Industrie richtet die Christian-Doppler-Gesellschaft ein, die für die Industrie Laboratorien an Universitäten betreibt.

1993 wird das neue Universitätsorganisationsgesetz (UOG 93) beschlossen, das den Universitäten mehr Autonomie und größere Handlungsspielräume im Management bieten soll. Die Umsetzung wird sich bis Ende 1999 hinziehen. Außerdem: Gründung des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften (IFK) sowie des Büros für Internationale Forschungs- und Technologiekooperation (BIT) als zentrale Mittlerstelle zwischen den EU-Programmen und der österreichischen Forschung.

1994 Gründung der Donau-Universität Krems und Einrichtung der ersten zehn Fachhochschulstudiengänge.

1995 Mit dem EU-Beitritt kann Österreich uneingeschränkt an allen europäischen Forschungsprogrammen teilnehmen (siehe S. 18).

1996 Publikation des technologiepolitischen Konzepts der Bundesregierung. Im selben Jahr werden die Wittgenstein- und START-Preise (siehe S. 15) erstmals vergeben.

1998 Veröffentlichung des Delphi-Reports über aussichtsreiche Technologiefelder in Österreich.

1999 Die Regierung nimmt sich vor, die Forschungsquote bis 2005 auf 2,5 Prozent zu erhöhen. Nach einem langen Diskussionsprozess wird ein Grünbuch für die österreichische Forschungspolitik erstellt.

2000 Ein neues Forschungsorganisationsgesetz wird beschlossen, und der Rat für Forschung und Technologieentwicklung konstituiert sich (siehe S. 7).

2001 Im Wintersemester zahlen Österreichs Studierende nach 29 Jahren wieder (Studien-)Gebühren. A. K.

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