Zum Nutzen der Forschung/Forschungspolitik: Zeilingers 7 Gebote

aus HEUREKA 4/00 vom 27.09.2000

I. Es muss ein österreichisches (Aus-)Bildungskonzept erarbeitet werden, das alle Bildungsinstitutionen umfasst. Die neue Zusammenfassung der Kompetenzen in einem Ministerium bietet dafür eine einmalige Chance.

II. Die Ausbildungsziele aller Institutionen und damit auch der Universitäten sind klarer zu definieren und gegenüber anderen Anbietern abzusetzen.

III. Es müssen in und zwischen den Universitäten mehr Konkurrenzmechanismen eingeführt werden. Die immer wieder diskutierte Auflassung von Studienstandorten geht am Bedarf vorbei. Eine produktive Nutzung der Konkurrenz wäre besser.

IV. Es müssen Mechanismen geschaffen werden, die eine echte Bewertung der Qualität des Geleisteten ermöglichen. Diese Bewertung muss dann aber in der Ressourcenzuteilung Folgen haben.

V. Wenn man Spitzenleistungen erzielen möchte, sollte man bei den besten Gruppen in Österreich nachfragen, wie sie arbeiten und wo ihre größten Probleme liegen. Dabei ist mehr zu lernen als von Interessen-, Personal- und sonstigen Vertretern.

VI. Es ist eine vernünftige Balance zwischen angewandter und Grundlagenforschung zu finden. Die Grundlagenforschung darf keinerlei Zielorientierung unterworfen werden.

VII. Von der Wirtschaft muss eingefordert werden, ihren Anteil an den Forschungsausgaben im selben Ausmaß zu leisten wie die Wirtschaft in anderen EU-Ländern.

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