Schlauer sein als in Tomsk/International Institute for Applied Systems Analysis

aus HEUREKA 5/00 vom 13.12.2000

Das International Institute for Applied Systems Analysis im Schloss Laxenburg, etwa 15 Kilometer südlich von Wien, geht auf eine gemeinsame Initiative der USA und der UdSSR aus dem Jahre 1967 zurück. Bei der Eröffnung fünf Jahre später waren zwar zehn weitere Nationen beteiligt, doch die Supermächte dominierten die Agenda und die Zusammensetzung des Instituts zwei Jahrzehnte hindurch. In den Neunzigerjahren richtete sich das IIASA neu aus. Statt Ost-West-Kooperation lautet das Selbstverständnis nunmehr, Lösungen für soziale und ökologische Probleme weltweit vorzuschlagen. Die wichtigste Zielgruppe sind Entscheidungsträger. Geforscht wird anwendungsorientiert, interdisziplinär und vielfach auf mathematischer Grundlage (daher das schwammige Wort "Systemanalyse" im Namen). Die Arbeitssprache ist Englisch. Die Projekte - derzeit sind es 15 - laufen etwa fünf Jahre lang. Nachwuchs rekrutiert das Institut gerne durch sein Sommerprogramm. Die meisten Wissenschaftler - derzeit etwa 90 - bleiben zwei bis drei Jahre. Sie kommen nicht nur aus den 15 Mitgliedsländern, die im laufenden Jahr gemeinsam 120 Millionen Schilling aufbringen. Etwa 35 Millionen Schilling werden als Projektgelder anderweitig eingeworben. Nach Gordon MacDonals kurzfristigem Ausscheiden als Direktor soll bis Sommer 2001 ein Nachfolger bestimmt werden. Bis dahin führt der Vorsitzende des Beirats Arne Jernelöv die Geschäfte. Besonders stolz ist die IIASA auf ihre Website, sowohl was die Fülle der archivierten Publikationen und Daten betrifft als auch die hohe Zahl ihrer Nutzer (ein Geheimtipp unter Studierenden in aller Welt): www.iiasa.ac.at

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