Grundkurs Auslandsstudium

Einen Studienaufenthalt im Ausland vorzubereiten ist eine Wissenschaft für sich. heureka hat Rat eingeholt und sich im Dickicht der Informationsangebote umgesehen. Eine kurze Anleitung zum Selbststudium.

Stefan Löffler | aus HEUREKA 5/00 vom 13.12.2000

Stipendien gibt es in großer Vielfalt. Und mittlerweile gibt es auch einige sehr brauchbare Datenbanken im Internet. Die Auslandsbüros der Universitäten wissen, was vor Ort angeboten wird. Für die mit EU-Mitteln geförderten Erasmus-Programme gibt es Koordinatoren in fast allen Fachbereichen.

Zielsetzung eines Auslandssemesters darf - zumindest bei Erasmus - auch einschlägiger Kultur- und Spracherwerb sein. Besser sind begründbare wissenschaftliche Interessen. Allgemein wird geraten, ein Jahr vorher mit den Vorbereitungen zu beginnen, denn es gilt, Fristen und Formalitäten einzuhalten. Viele denken wegen der Sprache zuerst an Großbritannien und Irland. Doch auch in den skandinavischen Ländern finden viele Lehrveranstaltungen auf Englisch statt. Außerdem lässt die Betreuung in den nordischen Ländern nichts zu wünschen übrig, weiß Manfred Scharf, der beim Wiener Club Internationale Universitaire Studierende berät.

Bewerbungstraining braucht, wer an eine renommierte Universität in den USA will. Bruce Murray von der Wirtschaftsuniversität Wien rät, das Anschreiben (statement of purpose) nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sich über den gesellschaftlichen Nutzen seines Studiums oder Forschungsthemas auszulassen, sei mit Sicherheit kein Fehler. Murray hält immer mal wieder einen Crash-Kurs im Club Universitaire.

Timing und etwas Flexibilität genügen in aller Regel, wenn man ins europäische Ausland strebt. Erasmus-Plätze gibt es vor allem für Studierende zwischen dem vierten und sechsten Semester. Die Chancen im Sommersemester gelten als besser. Die geregelte Möglichkeit, ein Semester anzuhängen, besteht allerdings nur im Wintersemester. Oft klappt es im zweiten Anlauf.

Problemquellen kennt am besten, wer Rückkehrer befragt, oder sich über den Erasmus-Koordinator bzw. den Österreichischen Austauschdienst (ÖAD) Erfahrungsberichte verschafft. Bei der Anerkennung der Studienleistungen hat sich in den letzten Jahren viel getan. Vorher nachzufragen ist besser, als nach der Rückkehr langwierige Anträge zu schreiben. Austauschstudenten halten zunehmend per E-Mail Kontakt zu ihrer Heimatuni. Heidi Haslinger von der Hochschülerschaft der Universität Wien rät, vor dem Weggehen einen Gaststudenten aus dem Zielland zu betreuen. Dabei könne man gleich auch die Sprache des Gastlandes üben. "Buddies" vermittelt die ÖH. Manchmal fehlt einfach nur ein Reality-Check. Haslinger erinnert sich lebhaft an den Jubel einer Studentin, die ihren Traum-Studienplatz in London bekam und dann feststellen musste, dass das Leben dort zwei- bis dreimal so teuer ist wie in Wien.

Österreichischer Austauschdienst (ÖAD) Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien, Tel.: 01-4277/28101 www.oead.ac.at Socrates-Erasmus Schreyvogelgasse 2, 1010 Wien, Tel.: 01-5340810 www.leonardodavinci.at Club Internationale Universitaire Schottengasse 1, 1010 Wien, Tel.: 01-5336533 Move Your Ass - Go International heißt eine brauchbare, einschlägige Broschüre der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) www.bmbwk.gv.at Stipendienführer www.daad.de Suchmaschine und eine gute Adresse für Informationsbroschüren www.uni-online.de/studium/ausland.htm deutschsprachige Tipps citizens.eu.int Auslandsstudium in der EU www.yahoo.com/educatiion/higher-education/colleges_and_universities Hochschulen weltweit www.adminet.com/world Bildungsinfos weltweit www.europa.eu.int/en/comm/dg22/socrates/adnaric.html Anerkennung von Studienleistungen

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