Gesetze, Gen-Chips und Gebote /Kleines biomedizinisches Glossar

aus HEUREKA 2/01 vom 16.05.2001

In-vitro-Fertilisation (IVF) Bezeichnung für die künstliche Befruchtung, die nicht im Körper (in vivo), sondern im Reagenzglas stattfindet. Nach einer Hormonbehandlung werden der zur IVF bereiten Frau mehrere Eizellen entnommen mit Spermien des Mannes befruchtet. Ein bis drei befruchtete Eizellen werden in die Gebärmutter übertragen. Seit im Jahr 1978 das erste durch IVF gezeugte Retortenbaby geboren wurde, kamen rund 300.000 solcherart gezeugte Kinder auf die Welt.

Klon(ier)en Die Herstellung eines genetisch identischen Lebenwesens entweder durch Teilung oder - wie beim Klonschaf Dolly - durch den Einbau fremder Erbsubstanz in eine Eizelle und anschließender Vermehrung. Beim Menschen wird zwischen "therapeutischem" und "reproduktivem" Klonen unterschieden: Therapeutisches Klonen (die Verschmelzung von Erbgut des Patienten mit einer entkernten Eizelle) dient zur Gewinnung von embryonalen f Stammzellen und ist in GB Ende des Vorjahrs erlaubt worden. "Reproduktives" Klonen würde das Einbringen embryonaler Stammzellen in die Gebärmutter bedeuten. Es ist weitaus risikoreicher und wird nahezu einhellig abgelehnt.

Präimplantationsdiagnostik (PID) Die PID dient dazu, durch f IVF gezeugte Embryonen zu untersuchen, noch bevor eine Schwangerschaft begonnen hat. Anhand der Testergebnisse lässt sich dann auswählen, welche der Embryonen überhaupt in die Gebärmutter der Frau übertragen (implantiert) werden, wo sie sich im Idealfall einnisten. In Österreich ist die PID verboten.

Pränatale Diagnostik (PD) Durch die Methoden der PD (Ultraschalldiagnostik, Fruchtwasseruntersuchung, etc.) können bestimmte Aussagen zu Merkmalen des ungeborenen Kindes getroffen werden. Sie kommt insbesondere bei den Föten von älteren Schwangeren oder von Eltern mit Erbleiden zum Einsatz.

Stammzellen Stammzellen haben besondere Fähigkeiten: Sie können sich in verschiedene Zellen des Körpers "verwandeln" und damit auch zur Organzüchung bzw. -reparatur genutzt werden. "Embryonale" Stammzellen, die durch so genanntes therapeutisches f Klonen gewonnen werden, können sich überhaupt zu allen 270 menschlichen Zelltypen ausformen. Auch in vielen Organen von Erwachsenen gibt es kleine Depots von genannten "adulten" Stammzellen, die ähnliche Eigenschaften haben. Als besonders "ertragreich" gelten die Nabelschnüre von Neugeborenen.

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