Liebe Leserin, lieber Leser!

Oliver Hochadel, Stefan Löffler und Klaus Taschwer | aus HEUREKA 4/02 vom 02.10.2002

Kennen Sie sich noch aus in der Universität? Selbst viele Insider würden das derzeit kaum von sich behaupten. Es wimmelt jetzt nämlich von neumodischen Begriffen wie Bachelor, ECTS oder Profilentwicklung. Die Studienpläne rücken näher an das Hidden Curriculum. Und international geht der Trend zum Studierenden als Kunden.

Österreichischs Universitäten und ihre Studierenden sind in vielerlei Hinsicht ein Extremfall. Die durchschnittliche Studiendauer und der Anteil der Abbrecher liegen weit über anderen Ländern. Rekordverdächtig ist auch der Betrag, den sich Österreich den freien Hochschulzugang kosten lässt, nach Berechnungen der OECD nämlich über 70.000 Euro (1998) und zwar nicht einmal pro Absolvent, sondern pro begonnenem Studium. Niemand kann ernsthaft fordern, dass es so weiter gehen soll.

Am 1. Oktober ist das Universitätsgesetz 2002 in Kraft getreten, das die Ausgliederung der Universitäten aus der Bundesverwaltung bis Ende 2003 vorsieht, schlag nach unter Vollrechtsfähigkeit. Es wäre freilich nur allzu verständlich, wenn die Verwaltungen mit der Umsetzung zögern, denn die Partei, die die Prognosen für die vorgezogene Nationalratswahl am 24.November anführt, fordert wahlkämpferisch die Reform der Reform. Gleichzeitig beleben die Fachhochschulen und Privatuniversitäten die Konkurrenz, zudem gibt es auch noch die Bologna-Beschlüsse der europäischen Bildungsminister umzusetzen. So schnell wird sich der Staub von der Dauerbaustelle Universität also nicht verziehen.

Zu ihrer Orientierung haben wir ein Heureka der ganz anderen Art produziert: keine Artikel, sondern Stichworte mit Abk. und verweisen, dazu noch bunt. In diesem Uni-Lexikon, das über einhundert Einträge von Abbrecher bis Zweitstudium versammelt und vernetzt, fragt sich nur: Wo steigt man ein mit dem Lesen? Wie wäre es mit Campusroman? OderGaddafi? Und dann immer den Pfeilen nach.

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