Studieren mit Kind

aus HEUREKA 4/02 vom 02.10.2002

Weder der Übergang in einen anspruchsvollen Beruf noch die Zeit zwischen Promotion und dem 40. Lebensjahr, in der eine Wissenschaftlerin mobil sein muss, um sich für eine Festanstellung zu qualifizieren, ist mit der Erziehung von Kleinkindern zu vereinbaren. US-Bildungsforscher empfehlen Akademikerinnen daher, falls sie Kinder wollen, diese schon während des ersten Studienabschnitts zu bekommen. Warum nicht auch in Österreich?

12 Prozent der Studentinnen und 11 Prozent der Studenten sind bereits Eltern. Unter den über 30-jährigen Studierenden haben 45 Prozent mindestens ein Kind (1998). Mariella Hager hat in ihrer Diplomarbeit festgestellt, dass studierende Mütter zwar neben der Mehrfachbelastung durch Erziehung, Studium und teilweise Erwerbsarbeit auch finanzielle Probleme, zu wenig Kontakte an der Univ. und die fehlende Möglichkeit zu Praktika und Auslandsaufenthalten beklagen. Überwiegend äußern sie sich jedoch zufrieden mit ihrer Lebenssituation. Als erfolgversprechende Strategien bewähren sich disziplinierte Zeitplanung, das Anhängen an Studienkollegen, die die gleichen Lehrveranstaltungen besuchen, und das Setzen realistischer Ziele. Weil rund 25.000 Studierende und rund 6600 Univ.-Bedienstete Kinder haben, fördert das Bildungsministerium neuerdings Betreuungsangebote und gibt eine Broschüre unter dem Titel Spielräume heraus. Die ÖH hat einen eigenen Ratgeber zum Thema und eine Gruppe Studieren mit Kind/ern. An allen Univ. gibt es mittlerweile Kinderbetreuungsbeauftragte. Wien, Graz und Salzburg haben unter dem Slogan "Unikid" Homepages eingerichtet, die Kinderbetreuung vermitteln.

www.univie.ac.at/unikid

www.kfunigraz.ac.at/unikid

www.sbg.ac.at/unikid

www.oeh.ac.at/oeh/infopoint

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige