DARPA - ein Modell für Europa?

aus HEUREKA 2/03 vom 30.04.2003

Die Förderung von Forschung zu militärischen Zwecken war bei den Rahmenprogrammen der EU bisher ausgeschlossen. Doch Kooperationen auf EU-Ebene würden durchaus Sinn machen, denn durch die nationale Fragmentierung kommen gerade in der Militärforschung internationaler Austausch und Qualitätskontrolle zu kurz. Zudem wird oft doppelt geforscht. Daher kursieren in der EU seit einiger Zeit Überlegungen, eine koordinierende "Behörde für Rüstung und strategische Forschung" einzurichten. Aus Griechenland, das noch bis Ende Juni des Jahres den EU-Vorsitz innehat, kommt die Forderung, militärisch bzw. sowohl militärisch als auch zivil anwendbare Forschungen im nächsten EU-Rahmenprogramm zu verankern. Um global konkurrenzfähig zu bleiben, brauche Europa die zivilen "Spin-offs" aus der militärischen Forschung, wird argumentiert. Der griechische Verteidigungsminister Yiannos Papantoniou regte in dem Zusammenhang die Gründung einer EU-Behörde an, die sich DARPA zum Vorbild nimmt. Alex Nicoll vom International Institute for Strategic Studies in London beurteilte das Vorhaben gegenüber der Zeitschrift "Nature" als sinnvoll: "Gelänge es einer europäischen DARPA, den EU-Bürokratismus zu vermeiden, könnte sie Technologieprojekte für militärische und zivile Anwendungen sinnvoll aufeinander abstimmen." S. L.

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