Der öffentliche Lorenz

aus HEUREKA 4/03 vom 01.10.2003

1932 Erster PR-Coup von Konrad Lorenz: Spektakuläre Vorführungen seiner halb zahlen Vögel in Altenberg anlässlich einer internationalen Ornithologentagung führen zu zahlreichen Medienberichten.

1935 Nach Verlust seiner Assistentenstelle an der Wiener Universität beginnt er, populärwissenschaftliche Artikel für Tageszeitungen zu verfassen und Vorträge für Laien zu halten.

1938-43 Lorenz' Vorträge finden wiederholt Resonanz in der NS-Presse.

1949 Sein erstes Buch, eine Sammlung von Tiergeschichten unter dem Titel "Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen", erscheint mit viel Medienecho. Es wird zum internationalen Best- und Longseller.

1954 Lorenz tritt in den USA erstmals im Fernsehen auf.

1963 Lorenz veröffentlicht "Das sogenannte Böse" (englisch: "On Aggression"), sein einflussreichstes Buch, das ebenfalls zum Weltbestseller wird.

Um 1970 Beginn seines öffentlichen Engagements in Sachen Umwelt- und Naturschutz.

1973 Durch die Verleihung des Nobelpreises im Jahr seiner Rückkehr nach Österreich wird aus dem bekannten Autor endgültig eine nationale Berühmtheit, aber auch eine Zielscheibe für Enthüllungsberichte über seine NS-Vergangenheit.

1978 Lorenz trägt durch Auftritte und Zeitungsartikel maßgeblich dazu bei, dass bei einer Volksabstimmung 50,5 Prozent gegen die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Zwentendorf stimmen.

1984-85 Im Kampf gegen das Donaukraftwerk in Hainburg wird das "Konrad Lorenz-Volksbegehren" angestrengt. Lorenz vermittelt zwischen den Kraftwerksgegnern und dem Bundeskanzler.

1988 In zwei großen Interviews anlässlich seines 85. Geburtstages mahnt der "Prophet von Altenberg" ein letztes Mal vor der Selbstzerstörung der Menschheit.

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