Best of Philosophenpolemik

aus HEUREKA 2/04 vom 10.11.2004

"Immer wenn ich die ,Phänomenologie des Geistes' aufschlug, dachte ich, ich öffnete die Fenster eines Irrenhauses."

Arthur Schopenhauer in "Die Welt als Wille und Vorstellung" (1819) über Georg Friedrich Wilhelm Hegel.

"O Voltaire! O Humanität! O Blödsinn!"

Friedrich Nietzsche in "Jenseits von Gut und Böse" (1886).

"Kant wurde Idiot (...) Der fehlgeleitete Instinkt in allem und jedem, die Widernatur als Instinkt, die deutsche décadence als Philosophie - das ist Kant."

Friedrich Nietzsche in "Der Antichrist" (1888).

"Heute ist Herr Neurath willens, uns ein Referat über die Einheitswissenschaft zu halten. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass das jemanden interessiert, bitte ich Herrn Neurath trotzdem, nun zu sprechen."

Moritz Schlick coram publico über seinen nicht gerade befreundeten Wiener-Kreis-Kollegen Otto Neurath.

"Solchen Mist haben Sie in Ihrer Bibliothek? Glauben Sie, dass ich noch länger mit einem Menschen Umgang haben möchte, der solche Bücher besitzt?"

Ludwig Wittgenstein zu Rudolf Carnap, nachdem er in dessen Bibliothek ein Buch über Okkultismus entdeckt hatte.

"Ganz gleich, welche Seite von Jaspers oder Heidegger man mir vorlegt, ich werde sie mit den einfachsten Mitteln der formalen Logik in die Luft jagen."

Julius Ebbinghaus 1947 auf einem Philosophiekongress in Garmisch-Partenkirchen.

"Wenn Sie mit Philosophen die Herren meinen, die in Deutschland Philosophie-Lehrstühle innehaben, dann bin ich sicher kein Philosoph."

Karl Popper 1948 bei einem Vortrag in Alpbach.

"Habermas, ja, das ist auch einer dieser Sesselfurzer, die die Welt mit der Macht des Gedankens verändern wollen, neuerdings mit einem 1400-Seiten-Werk."

Hans Peter Duerr über Jürgen Habermas' "Theorie des kommunikativen Handelns" 1982 an Paul Feyerabend.

"Gestern war ich beim Bischof zu einem Abendessen eingeladen mit dem Habermas. Habe lange gezögert, dann aber doch abgesagt und stattdessen zu Hause Die toten Augen von London' mit dem Fuchsberger und dem Kinski angesehen, viele schöne Morde."

Paul Feyerabend 1982 an Hans Peter Duerr.

"(...) sein Stil - ,obscurantisme terroriste'"

Michel Foucault in "The New York Review of Books" 1983 über Jacques Derrida.

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