Austria goes Nano

aus HEUREKA 3/04 vom 09.12.2004

Very small is very beautiful, heißt es in den Nanotechnologien. Wenn es um das Vorantreiben dieser Forschungsfelder geht, ist das Gegenteil angesagt. Spät, aber doch ist nun auch Österreich in Form der "Austrian NANO Initiative" aktiv geworden, die am 1. März dieses Jahres ihre Arbeit - die gezielte Unterstützung von Nanotechnologie in Österreich - aufgenommen hat. Bei der ersten Ausschreibung wurden im Oktober fünf der acht eingereichten Projektcluster ausgewählt. Diese werden in den kommenden beiden Jahren mit insgesamt 10,83 Millionen Euro gefördert, wobei zehn Millionen vom Bund und 830.000 von den Ländern kommen.

Insgesamt werden etwa 15 Millionen Euro in diese fünf Nanocluster investiert, da sich auch die Firmen, die an den Projekten beteiligt sind, finanziell einbringen. Denn Bewerbungskriterium war unter anderem die Mitwirkung von mindestens drei Unternehmen pro Cluster, um Forschungs- und Entwicklungsprojekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu forcieren.

"Zu Beginn bedarf es einer größeren Anschubfinanzierung, da die Firmen ein gewisses Risiko eingehen", sagt der Leiter der Initiative, Emmanuel Glenck von der FFG, der neu gegründeten Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft. Ende 2006 wird es eine Zwischenevaluierung geben, dann soll sich die finanzielle Beteiligung der Firmen erhöhen. In dieser ersten Phase des "Säens" gehen etwa zwei Drittel der Projektmittel in die Grundlagenforschung, ein Drittel in die anwendungsorientierte Forschung.

Die fünf Projektcluster enthalten insgesamt 39 Einzelprojekte, die von medizinischen Anwendungen wie der gezielteren Abgabe von Medikamenten im Körper über das Design von multifunktionalen Oberflächen bis hin zu Sensortechnologie und zur Zelltechnik bzw. Nanobiosensoren reichen (siehe auch die Porträts österreichischer Nanowissenschaftler, Seite 18 bis 19). Drei der fünf Projektcluster haben ihren Schwerpunkt in der Steiermark, die anderen beiden in Tirol und Oberösterreich mit Projektpartnern aus weiteren Bundesländern. Eines der primären Ziele der Initiative ist die Vernetzung bestehender Forschungsansätze, und zwar sowohl in (inter-)disziplinärer wie auch in geografischer Hinsicht.

Vernetzt werden soll aber nicht nur die Forschung, sondern auch die Forschungsförderung. Für Margit Haas von der FFG zeichnet sich die Austrian NANO Initiative nicht zuletzt dadurch aus, dass die Partner des Konsortiums, die bisher meist getrennt agiert haben, nun an einem Förderstrang ziehen. Dazu gehören als Fördereinrichtungen drei Ministerien (Infrastruktur, Bildung, Wirtschaft) sowie acht Bundesländer. Geleitet wird die NANO Initiative von der FFG unter Mitwirkung des AWS (Austria Wirtschaftsservice GmbH) und des FWF, des Wissenschaftsfonds, der für Grundlagenforschung zuständig ist und bei der ersten Ausschreibung sein internationales Gutachternetz einbrachte, so Laurenz Niel vom FWF. Niel erinnert aber auch daran, dass der FWF zusätzlich auch jährlich etwa sechs Millionen Euro in die Förderung der Grundlagenforschung im Bereich der Nanowissenschaften steckt - auch wenn nicht jedes dieser Projekte das Label "Nano" trägt.

O. H.

www.ffg.at

www.nanoinitiative.at

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige