Einfach zum Nachlesen

Klaus Taschwer | aus HEUREKA 1/05 vom 26.01.2005

Bücher von Einstein. "Was ich über das Buch zu sagen habe, steht in dem Buch", antwortete Albert Einstein lakonisch, als er von einem Journalisten der "New York Times" über das Werk "Die Evolution der Physik" befragt wurde, das er mit Leopold Infeld verfasst hat. Auch wenn sich Einsteins Beitrag eher auf das Konzeptionelle beschränkt hat und wenig über die Relativitätstheorie drinsteht: Lesenswert ist der Band immer noch (Rowohlt TB, e 9,20). Sein bestes und wichtigstes Buch, "Mein Weltbild", gilt als einer der großen Klassiker der Naturwissenschaften. Der Band ist zurzeit nicht lieferbar, erscheint aber demnächst gleich in zwei Ausgaben (Ullstein TB, e 9,20; Philo, e 19,30). Die gesammelten Bonmots des Meisters finden sich in "Einstein sagt", herausgegeben von Alice Calaprice (Piper TB, e 9,20).

Über Einsteins Physik. Wer Biografisches und Physikalisches kurz und bündig will, kann demnächst zu Ernst Peter Fischers "Einstein in der Westentasche" greifen (Piper, e 10,20). Gar nicht so leicht liest sich "Einstein light", Martin Kornelius' neue Darstellung der Relativitätstheorie (dtv, e 7,80). Schon etwas älter, aber als Einführung in die spezielle Relativitätstheorie bestens bewährt: "Eine Formel verändert die Welt" von Harald Fritzsch (Piper TB, e 13,30). Wer sich Originalarbeiten von Einstein zur Relativitätstheorie gemeinsam mit klassischen Texten von Kopernikus, Galilei, Kepler und Newton mit Kommentaren von Stephen Hawking zumuten will, greife zu "Die Klassiker der Physik" (Hoffmann und Campe, e 51,30), überhebe sich dabei aber nicht: Der neu erschienene Ziegel hat 1068 Seiten und wiegt 2056 Gramm.

Biografisches über Einstein. Wohl keine Lebensgeschichte eines Wissenschaftlers ist öfter erzählt worden als seine. Eine gute und üppig bebilderte Einführung in Leben und Werk bietet die aktualisierte Bildmonografie "Albert Einstein" von Johannes Wickert (Rowohlt TB, e 8,80). Am gründlichsten, und auch ziemlich anspruchsvoll, hat das Albrecht Fölsing in seiner fast tausendseitigen Biografie "Albert Einstein" getan (eine Neuauflage als Suhrkamp TB erscheint im März, e 12,90). Weniger wissenschafts- als kulturhistorisch, aber ähnlich sorgfältig ist Armin Hermanns "Einstein" (Piper TB, e 14,30), und nach wie vor empfehlenswert sind die beiden Einstein-Bücher des engen Kollegen und renommierten Quantenfeldtheoretikers Abraham Pais, die vergriffene wissenschaftliche Biografie "Raffiniert ist der Herrgott ..." und sein Band über Einstein in der Presse, "Ich vertraue auf Intuition" (Spektrum, e 15,50). Mit vielen neuen Details und Reportageelementen wartet schließlich der nagelneue und glänzend geschriebene "Einstein" (Rowohlt, e 23,60) des ehemaligen "GEO"- und "Spiegel"-Journalisten Jürgen Neffe auf. Empfehlung!

Eine ausführlichere Besprechung der Einstein-Neuerscheinungen finden Sie in Falters Frühjahrsbuchbeilage, die am 16. März erscheint.

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