Zahlen, die zählen

Klaus Taschwer | aus HEUREKA 2/05 vom 23.03.2005

Sie sind der gemeinsame Nenner von Wissenschaft und Wirtschaft. Und sie erzählen einiges über die Verhältnisse dieser beiden Bereiche zueinander. Einige Zahlenbeispiele zum Cashflow zwischen Forschung und Geschäft.

2,27 Prozent des österreichischen Bruttoinlandsprodukts sind laut Berechnungen der Statistik Austria 2004 in Forschung und Entwicklung (F & E) investiert worden. Damit hält das Land einen Platz im guten europäischen Mittelfeld und hat eine deutlich überdurchschnittliche Steigerungsrate aufzuweisen. Im alten Europa der 15 beträgt die Forschungsquote 1,99 Prozent und im neuen Europa der 25 1,92 Prozent. Europa-(und Welt-)meister sind die Schweden mit eine F-&-E-Quote von 4,23 Prozent (Zahlen aus 2001), gefolgt von Finnland mit 3,51 Prozent. Zum Vergleich: In Japan sind es 3,12 Prozent und in den USA 2,76 Prozent.

24. Platz. Fasste man alle von Absolventen des M.I.T. gegründete Firmen zu einer Quasivolkswirtschaft zusammen, stünde diese im globalen Ländervergleich auf Rang 24, also noch vor Österreich. Bereits 1997 ermittelte die Bank Boston 4000 von Absolventen der nahe gelegenen Technikerschmiede gegründete Unternehmen mit damals 1,1 Millionen Mitarbeitern und 232 Milliarden Dollar Umsatz.

41,7 Prozent. Das ist der Anteil der österreichischen Wirtschaft an den Forschungsausgaben in Österreich. Im internationalen Vergleich ist das ziemlich bescheiden. Bei den Forschungseuropameistern Schweden und Finnland beträgt der Anteil der heimischen Industrie 71,9 bzw. 69,5 Prozent. Hierzulande entfällt ein relativ hoher Anteil der Aufwendungen auf die öffentliche Hand, nämlich 37,8 Prozent, dazu kommen nicht unerhebliche Forschungsmittel, die ausländische Firmen in Österreich investieren, und Fördermittel der EU.

4000 bis 4500. So viele Firmen, die Forschung betreiben, gibt es laut Auskunft der Statistik Austria in Österreich. Diese Zahl enthält in erster Linie heimische Klein- und Mittelbetriebe, aber auch internationale Multis wie etwa Siemens oder die Pharmariesen Boehringer-Ingelheim oder Baxter, die ebenfalls in Österreich forschen lassen. Entsprechend höher als der Industrieanteil bei den F-&-E-Ausgaben ist der F-&-E-Verbrauch: Mehr als 63 Prozent der Mittel werden für Forschung und Entwicklung im privatwirtschaftlichen Bereich ausgegeben.

45.540 Euro. So viel betrug 2003 der Bruttodurchschnittsverdienst eines Vollzeit angestellten Wissenschaftlers laut Zahlen des Rechnungshofs. Die hierzulande besonders große Diskrepanz zwischen den Einkünften von Männern und Frauen schlägt auch in der Wissenschaft durch: Während Frauen im Schnitt auf 37.160 Euro kommen, schaffen Männer 53.380, also knapp ein Drittel mehr. Bestverdiener sind in dieser Statistik die Biowissenschaftler und Mediziner. Die männlichen unter ihnen verdienen 65.630 Euro, die Frauen 47.180.

46.750.000 Euro. Diese Summe lukrierte das Wiener Unternehmen Intercell bei seinem Börsengang Ende Februar. Es war der erste Börsengang eines österreichischen Biotech-Unternehmens überhaupt. Die Aktien gingen zu 85 Prozent an internationale, institutionelle Investoren und zu 15 Prozent an institutionelle und private Anleger in Österreich. Seit der Gründung hat Intercell 66,5 Millionen Euro an Verlusten angesammelt. Dem stehen 100,5 Millionen Euro Eigenkapital gegenüber. 2007 erwarten Analysten einen Nettogewinn von 2,9 Millionen Euro.

7.500.000.000, also schwer vorstellbare 7,5 Milliarden Dollar gab der Automobilkonzern Ford Motor im Jahr 2003 für Forschung und Entwicklung aus und ist damit weltweit Spitzenreiter. Auf den Plätzen folgen der Pharmariese Pfizer mit 7,1 Milliarden Dollar und DaimlerChrysler mit 6,7 Milliarden Dollar. Auf Platz fünf in dieser Liste liegt Siemens. Unter die Top 150 haben es drei Biotechunternehmen geschafft, die im Branchenvergleich mit 28 Prozent gegenüber 2002 die höchsten Zuwachsraten aufweisen. Die gesamte österreichische Industrie gab 2004 übrigens rund 2,2 Milliarden Euro für F & E aus.

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