Hallo, Chef!

Stefan Löffler | aus HEUREKA 2/05 vom 23.03.2005

Unternehmerische Fähigkeiten sind gefragt. Und längst nicht nur bei Firmengründern. Ob Sie das Zeug zum Unternehmer haben, können Sie nun überprüfen: Am Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation der Wiener Wirtschaftsuniversität wurde eigens für die Leser von "heureka" ein Test adaptiert.

Sind Sie ehrgeizig? Zeigen Sie gern, was Sie draufhaben? Wollen Sie etwas bewegen? Noch vor zehn Jahren war Existenzgründung an den österreichischen Hochschulen praktisch kein Thema. Inzwischen kann sich schon jeder dritte Absolvent oder Assistent den Sprung in die Selbstständigkeit vorstellen. Als Peter Heimerl 1996 an der Technischen Universität Wien das erste Mal zu einem Seminar für potenzielle Gründer lud, kamen dreißig Leute. Bis 2001 hat sich die Teilnehmerzahl etwa vervierfacht. Dann waren die Seminare nicht länger nötig, weil die TU und die Universität Wien gemeinsam eine Anlaufstelle für angehende Unternehmer schufen: Inits vermittelt nicht nur Wissen, sondern begleitet Absolventen und wissenschaftliche Mitarbeiter, die in die Selbstständigkeit streben, mit Know-how und hilft bei der Finanzierung.

Können Sie mit Menschen umgehen? Arbeiten Sie gerne im Team? Wie reagieren Sie auf Konflikte? "Früher wurde mit dem Unternehmer der Kapitalist, der Ausbeuter assoziiert. Inzwischen steht im Vordergrund, dass er Arbeitsplätze schafft", sagt Nikolaus Franke, der an der Wirtschaftsuniversität Entrepreneurship lehrt. Die Neubewertung des Unternehmertums zeige sich gerade an den Universitäten, was freilich auch auf die Arbeitsmarktsituation der Absolventen zurückzuführen ist. Die Zeiten, in denen der Staat und einige Großunternehmen quasi Lebenszeitstellungen anboten, sind vorbei. Und selbst bei diesen Arbeitgebern stehen unternehmerische Fähigkeiten mittlerweile hoch im Kurs. "Intrapreneurship" heißt das dort.

Halten Sie sich für kreativ? Spielen Sie manchmal mit neuen Ideen? Viele glauben, beim Gründen sei nur die Idee entscheidend. Dabei gibt es Ideen wie Sand am Meer, und viele gute Einfälle bleiben ungenutzt. Es komme vielmehr darauf an, so Franke, Ideen an die Wirklichkeit anzupassen und richtig umzusetzen. Den meisten Erfindern mangelt es nicht an Originalität. Was sie sich viel zu selten oder überhaupt nicht fragen: Wem nützt das neue Produkt? Wer braucht es? Wer würde dafür bezahlen? Idee und Verwertungsstrategie müssen zusammengedacht werden. Und weil sich kaum jemand gleichermaßen zum Tüftler wie zum Kaufmann eignet, müssen Forscher, die ihre Ideen vermarkten wollen, und Wirtschaftsprofis zueinander finden. Dabei gibt es allerdings eine Kluft zu überbrücken, weiß Franke: "Die einen halten die anderen für oberflächlich und glauben, sie könnten sich das bisschen Betriebswirtschaft wenn nötig einkaufen. Umgekehrt halten die Wirtschaftsleute die Ingenieure für weltfremd. Mit der Folge, dass sie ihre unternehmerischen Aktivitäten auf Handel und Dienstleistungen beschränken."

Lösen Sie gern Probleme? Können Sie Fragestellungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten? Dass Forscher und Ingenieure in Österreich bislang zu selten mit gelernten Verwertern zusammenkommen, könnte der Grund dafür sein, dass von den Universitäten bisher noch kein Gründerboom ausgeht. Doch die Voraussetzungen seien da und auch erste Erfolge, findet Franke. Dabei sind Akademiker als Gründer auch volkswirtschaftlich wertvoll. Ihre Firmen haben nicht nur bessere Chancen, am Markt zu bestehen, sondern sie wachsen auch stärker und schneller. Und wenn man weiß, dass Walt Disney fünf Firmen in den Sand setzte, bevor er sein Unterhaltungsimperium etablierte, verliert man vielleicht auch die Angst vorm Scheitern.

Wie reagieren Sie auf ungewohnte Situationen? Macht es Ihnen etwas aus, wenn Sie nicht gleich wissen, was los ist? Das sind zwei der Fragen, die Sie sich stellen können, wenn Sie Lust haben, auf der "heureka"-Website Ihre Eignung zum Unternehmer zu ermitteln. Entrepreneurship-Professor Nikolaus Franke und sein Assistent Reinhard Prügl haben die Auswertung angepasst an die Kernleserschaft von "heureka", also die wissenschaftlichen Mitarbeiter der österreichischen Universitäten. Der Selbsttest ist online und anonym. Sie müssen weder Ihren Namen noch Ihre E-Mail-Adresse angeben. Allein anhand Ihrer Selbsteinschätzungen wird Ihnen ein persönliches Profil erstellt. Viel Spaß dabei!

Selbsttest mit individueller Auswertung: www.falter.at/heureka/test

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