Science goes Pop

aus HEUREKA 1/06 vom 02.11.2006

Wissenschaft und Popmusik, das scheint nicht so besonders gut zusammenzupassen. Man denke nur an "Wonderful World", den alten Schlager von Sam Cooke, wo es unter anderem heißt: "Don't know much biology / Don't know much about science book ...". Es gibt aber auch Beispiele für gelungenere Interaktionen. Zum Beispiel die englische Popgruppe Queen, deren musikalisches Schaffen zwar nicht allzu viel mit Wissenschaft zu tun hatte. Doch immerhin bestand die Band aus einem Infrarotastronomen (Gitarrist Brian May), der es sogar auf eine wissenschaftliche Publikation brachte, einem studierten Elektrotechniker (Bassist John Deacon) und einem fast fertigen Biologen (Schlagzeuger Roger Taylor). Nur Freddie Mercury hatte bloß ein Diplom in Grafikdesign.

Laurie Anderson, die US-amerikanische Musikerin und Performancekünstlerin, hat zwar kein einschlägiges Studium absolviert. Sie war aber 2003 die erste und bislang einzige Gastkünstlerin bei der US-Luftfahrtbehörde Nasa. Laurie Andersons Interesse für Wissenschaft und Technik kam schon 1982 auf ihrem Album "Big Science" (auf deutsch: Großforschung) zum Ausdruck.

Apropos Big Science: Auch an Großforschungseinrichtungen in Europa wird Musik gemacht. Zum Beispiel am Cern, der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf, wo sich die Frauenpopband Les Horribles Cernettes formierte, die sich selbst als die einzige Hochenergie-Rockband der Welt bezeichnet und über Quarks, Teilchenbeschleuniger, Mikrowellen und andere physikalische Phänomene singt. Ihre musikalischen Qualitäten reichen leider nicht ganz an die historische Bedeutung der Band für das Internet heran: Weil das Internet von Tim Berners-Lee am Cern entwickelt wurde, war eine Abbildung des Frauenquartetts das erste Foto, das je im WWW zu sehen war. Und selbstverständlich waren Les Horribles Cernettes die erste Popband mit einer eigenen Homepage.

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige