Liebe Leserin, lieber Leser!

Oliver Hochadel & Klaus Taschwer | aus HEUREKA 4/07 vom 21.11.2007

Ein Wissenschaftsmagazin macht ein Heft über Nichtwissen? Nein, uns treibt nicht die Lust an der Paradoxie. Ständig ist die Rede von Wissensgesellschaft, Wissensbilanzen und wissensbasierter Wirtschaft. Wenn es so einfach wäre. Die Wissenschaft wird das Nichtwissen in seinen vielfältigen Formen nie abschütteln können. So bringen gerade die Fortschritte in der Klimaforschung Fragen hervor, die sich prinzipiell nicht beantworten lassen. Die Tabakindustrie hat mit Alibiforschung gezielt Nichtwissen produziert, um weiter Zigaretten verkaufen zu können. Wissen wird auch bewusst vorenthalten: Es gibt Informationskartelle und Geheimforschung. Nichtwissen ist aber nicht per se schlecht, etwa wenn es um die eigenen Erbanlagen geht. Es muss ein Recht darauf geben, nichts über mögliche Risiken wissen zu wollen. Wissenschaft, Gesellschaft und Politik sind gut beraten, sich mit dem Nichtwissen, den Unsicherheiten und Vorläufigkeiten zu befassen. Das heißt vor allem: einen Weg finden, darüber zu kommunizieren. So viel ist sicher.

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige