Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser!

aus HEUREKA 4/08 vom 05.11.2008

Man mag es vehement leugnen oder zynisch belächeln, es bleibt doch ein Faktum: Es gibt das Gute in der Welt. Menschen helfen einander, mitunter gar selbstlos. Nur: wieso? War die Moral lange die Domäne der Philosophen und Theologen, ist die Deutungshoheit nun auf die experimentellen Wissenschaften übergegangen. Das hat Folgen für unser Menschenbild: In einer extremen Interpretation ist es um unseren freien Willen geschehen – und damit auch um die Verantwortung für das eigene Tun.

Damit könnten sich dann wieder jene Wissenschaftler versuchen rauszureden, die Böses tun. Unethischer Umgang mit Patienten in klinischen Studien – hirnphysiologisch bedingt? Das Plagiieren von Texten – eine bloße Frage falscher Sozialisation? Man darf gespannt sein, mit welchen Erklärungen für wissenschaftliches Fehlverhalten sich die Agentur für wissenschaftliche Integrität in Zukunft auseinandersetzen muss, die der österreichische Wissenschaftsfonds FWF gerade einrichtet. Spätestens seit den jüngsten Skandalen in Innsbruck und Wien ist klar: Unethisches Verhalten von Forschern findet sich auch hierzulande. Wie die Guten den Bösen das Handwerk legen könnten – die Diskussion beginnt auf Seite 4.

Die Redaktion

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige