Editorial

aus HEUREKA 4/09 vom 16.12.2009

Klaus Taschwer, Oliver Hochadel

Nein, wir kamen nicht in die Versuchung, Ritalin, Amphetamine oder sonstige Mittelchen einzuwerfen, die die Konzentration steigern und die Müdigkeit vertreiben. Und dies trotz der beträchtlichen Mehrarbeit, die uns diese Ausgabe abverlangt hat. Denn wie Sie sehen, ist heureka! größer geworden. Um das Thema Drogen und Sucht zu bewältigen, haben wir uns an die bewährten journalistischen Helferchen gehalten, als da wären schwarzer Kaffee, grüner Tee und dunkle Schokolade. Jeder fünfte Wissenschaftler indes „verstärkt“ seine mentale Leistungsfähigkeit mit Pillen aller Art, wenn man einer Umfrage des Wissenschaftsmagazins Nature glauben darf. Ob dieses Neuro-Enhancing legitim und vor allem auch gesund ist, haben wir für Sie auf den Seiten 8 und 9 recherchiert.

Davor finden Sie die neue Eingangsstrecke: mit Bild (S. 4), allerlei Zahlen (S. 5) sowie Kurzmeldungen, Buchtipps und Kolumnen (S. 6–7) . Und zur Abrundung gibt es auf der letzten Seite (S. 22) ein Quiz und Auskunft darüber, was die Wissenschaft noch nicht weiß.

Dazwischen beleuchten wir wie gehabt das Thema von verschiedensten Seiten: So zeigt ein Blick in die Geschichte, dass die Einnahme von Drogen im Labor eine lange Tradition hat. Nicht zuletzt, weil die Pülverchen und Pillen ja erst mal entdeckt und dann eben auch ausprobiert werden müssen. Genauer: mussten, denn der Selbstversuch ist – wir begrüßen das – aus der Mode gekommen.

Die Forschung indes boomt. Nicht zuletzt wegen der traurigen Tatsache, dass stoffliche und nichtstoffliche Abhängigkeiten Millionen Menschen das Leben zur Qual machen. Wir fragen, warum Frauen anders süchteln als Männer, was die Ersatztherapie Abhängigen bringt und ob der kontrollierte Einsatz von Drogen in der Psychotherapie sinnvoll ist.

Was Stimmungsaufheller für die nächsten Tage und Wochen angeht, empfiehlt die Redaktion übrigens glühenden Wein, leuchtende Kerzen und feines Weihnachtsgebäck. Frohes Festen!

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