Bestärkt zum Doktorat

Christine Baumgartner | aus HEUREKA 1/10 vom 31.03.2010

Ende Februar erhielten 27 junge Wissenschaftlerinnen DOC-fFORTE-Stipendien der Österreichische Akademie der Wissenschaften: 30.000 Euro brutto vom Wissenschaftsministerium.

Raphaela Schwentner, 26, St. Anna Kinderkrebsforschung, Uni Wien

Als Kind hat sie ihre Eltern gedrängt, sich Haare auszureißen. Nach einigen mikroskopischen Untersuchungen und einem Praktikum im Linzer Krankenhaus wusste Raphaela Schwentner: Ich will Molekularbiologie studieren. Für ihre Diplomarbeit ist die heute 26-Jährige einer Ausschreibung der Sankt Anna Kinderkrebsforschung gefolgt – jetzt arbeitet sie als Mitglied der Forschungsgruppe auch an ihrer Dissertation. Die Stipendiatin untersucht das EWS-FLI1 Protein, das für die Entstehung des Ewing-Sarkoms verantwortlich ist. Diese aggressive Knochenkrebserkrankung ist bei Kindern die zweithäufigste Knochenkrebsform.

Kathrin Henschel, 26, Institut für Theoretische Physik, Uni Innsbruck

„Morgen kommt keine Firma zu mir und sagt: Wow, das bau ich jetzt“, erklärt Kathrin Henschel. „Es geht hier nur um Grundlagenforschung.“ Sie hat an der Universität Freiburg Physik studiert und ist für ihr Doktorat nach Innsbruck übersiedelt. Henschel wird die Wechselwirkung zwischen Licht und Materie, in diesem Fall eine Atomwolke, untersuchen und beschreiben. Physik gilt als Männerstudium – warum? Henschel verortet das Problem in die Schulzeit: „Es ist normal, dass man Mathe und Physik nicht versteht, es ist aber nicht normal, dass es auch Spaß machen kann.“

Julia Ring, 27, Mikrobiologie, Institut für Molekulare Biowissenschaft, Uni Graz

Hefezellen sind altruistisch: Zum Wohle der jungen Zellen bringen sie sich um. Klingt seltsam – das dachte sich auch Julia Ring, als sie davon in einer Vorlesung hörte. Jetzt schreibt sie eine Dissertation über „Alzheimer im Hefemodell“. Da die menschliche Zelle der Hefezelle sehr ähnlich ist, testen Forscher Proteine, die Alzheimer auslösen, an Hefemodellen. Konkret geht es Ring um das Protein Beta-Amyloid. Das ist schuld daran, dass Nervenzellen absterben. Rings Doktorarbeit soll in Zukunft helfen, dieses Zellsterben zu stoppen. Seit eineinhalb Jahren arbeitet sie daran.

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