Was ist eine Frau?

Der Countdown zum Thema

Carolin Giermindl | aus HEUREKA 1/10 vom 31.03.2010

10 000 Euro hoch und ein Jahr alt ist der Staatspreis für Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Entwicklung. Siegreich im letzten Jahr war unter anderem das Österreichische Ökologie-Institut mit einem Frauenanteil von 50 Prozent und einem geschlechtsunabhängigen Gehaltsschema.

2010 Doppelpremiere an der Uni Wien: Monika Henzinger und Stefanie Rinderle-Ma sind die ersten Informatikprofessorinnen an der Fakultät. Henzinger war Google-Forschungsleiterin und Professorin an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne. Rinderle-Ma hat sich an der Universität Ulm habilitiert.

2008 hat die Bundesgleichstellungskommission festgestellt, dass die Londoner Kuratorin Clementine Deliss bei der Rektorswahl 2007 an der Akademie der bildenden Künste in Wien diskriminiert wurde.

1897 ließ die Uni Wien erstmals Frauen in ihre Hörsäle. Zumindest an der philosophischen Fakultät. Elise Richter war die erste Frau, die 1905 an der Uni Wien habilitierte und die erste Frau, die in Österreich zur Außerordentlichen Professorin ernannt wurde. Richter gründete den Verband der Akademikerinnen und rief 1927 zur Gründung einer Frauenpartei auf. Sie starb in Theresienstadt.

642 Jahre nach Gründung der ersten Universität in Österreich wird im Oktober 2007 mit Ingela Bruner zum ersten Mal eine Frau Rektorin einer staatlichen Uni. Nach 16 Monaten legt die schwedisch-österreichische Wissenschaftlerin, die als erste Frau an der TU Wien in Maschinenbau promovierte, ihr Amt nieder.

520 Frauen über 60 studieren derzeit an der Universität Wien.

153 Büsten und Gedenktafeln im Arkadenhof der Uni Wien ehren bedeutende Männer. Eine Frau wurde in den erlauchten Kreis aufgenommen. Die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach.

121 Länder hat das Statistik-Institut der Unesco (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) in puncto Forschung und Wissenschaft untersucht. Resultat der ausgewerteten Daten: Weniger als ein Drittel aller Wissenschaftler weltweit sind Frauen.

72 Jahre alt und kein bisschen leise: Helga Nowotny. Die österreichische Wissenschaftstheoretikerin ist seit 1. März Präsidentin des Europäischen Forschungsrats (ERC) und leitet damit eines der wichtigsten Ämter der europäischen Wissenschaft. Der ERC verfügt von 2007 bis 2013 über ein Budget von 7,5 Milliarden Euro zur Förderung von Spitzenforschung.

22 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen beziehen vollzeitbeschäftigte weibliche Forscherinnen in Österreich.

20 Prozent aller Studienabbrecherinnen gaben an, dass Studium hätte „ihre Erwartungen nicht erfüllt“. Am wenigsten Studienabbrecher (5 Prozent) hat die Montanuni Leoben. Dort gibt es unter den Lehrenden genau drei Frauen. Eine Professorin, eine Assistenzprofessorin und eine Dozentin.

17 Prozent aller Professuren an Österreichs Unis haben Frauen inne. Der Anteil der Professorinnen an iranischen Universitäten beträgt 20 Prozent. In Rumänien sind 30 Prozent der Professoren weiblich.

8,3 Prozent aller Studentinnen sind Mütter und auf Kinderbetreuung angewiesen.

0 Keine der 21 öffentlichen österreichischen Universitäten wird von einer Frau geleitet. Derzeit prüft die Bundes-Gleichstellungskommission, ob die Innsbrucker Internistin Margarethe Hochleitner von der Medizin-Uni Innsbruck bei der Rektoratsbestellung im Vorjahr diskriminiert wurde. 2011 stehen viele Rektoratswahlen an. Rektoren werden vom jeweiligen Universitätsrat gewählt. Dieser Rat besteht aus ausgewählten Personen, die von der Regierung und den Uni-Senaten entsendet werden.

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