Jugend

Austrias next Top-Forscher

Carolin Giermindl | aus HEUREKA 1/10 vom 31.03.2010

Kein Trallala, kein Catwalk-Gestöckel, kein Geschwätz. Es gibt auch unpeinliche Talentshows: Bei „FameLab“, dem internationalen Wettbewerb für junge Wissenschaftler, sind reger Geist, rhetorisches Geschick und Kreativität gefragt. Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen innerhalb weniger Minuten ihr komplexes Forschungsgebiet so vorstellen, dass auch der Letzte im Saal begreift, um was es geht.

Gar nicht so leicht, wenn man sich beispielsweise mit winkelaufgelöster Ionenstreuung in theoretischer Kernphysik beschäftigt. Aber: Was nützt die ganze Forschungsarbeit, wenn keiner davon weiß?, fragte sich British Council, Großbritanniens internationale Organisation für Bildung und Wissenschaft, die das Format länderübergreifend etablierte.

Seit 2007 findet FameLab nun zeitgleich in Österreich, Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Serbien, Aserbaidschan, der Türkei, Israel und Großbritannien statt. Die Finalisten der jeweiligen Länder liefern sich dann in Cheltenham, beim renommierten Science Festival, einen spannenden Showdown. Finale ist heuer am 12. Juni, die nationale Kür findet nach Vorentscheidungen an den Unis Klagenfurt, Wien, Innsbruck und Graz dann Ende April in Wien statt. (www.famelab.at)

Im letzten Jahr holte sich die österreichische Bewerberin, die Molekularbiologin Lucia Aronica, in Cheltenham den dritten Platz. Die gebürtige Italienerin überzeugte neben einer packenden Vorstellung auch mit dem Motiv ihrer Teilnahme: „Ich bin überzeugt davon, dass Forschungsgeist nicht nur unter dem Laborkittel, sondern im Herzen jedes Menschen lebt. Wissenschaftskommunikation kann diesen Geist wecken.“

Aufgeweckt und erstaunlich kreativ präsentieren sich Jahr für Jahr Österreichs Schüler und Schülerinnen. In der aktuellen Wettbewerbsrunde von „Jugend Innovativ“ haben 460 Nachwuchsforscherteams Projektideen in Bereichen wie Engineering, Business, Design oder Klimaschutz eingereicht. (www.jugendinnovativ.at)

Mit dem Förderprogramm „Sparkling Science“ will das Wissenschaftsministerium das Interesse Jugendlicher an der Forschung lebendig halten. Bis 6.April 2010 können Schulen in Kooperation mit Forschungseinrichtungen noch Anträge für anspruchsvolle, innovative Schulprojekte einreichen. (www.bmwf.gv.at/oesterreich forscht)

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