Junge Forscher

Alexandra Aurelia Nemeth | aus HEUREKA 3/10 vom 09.06.2010

Oft stellt sich nach der Matura die Frage: „Was soll ich studieren?“ Das Interesse für ein Studienthema wird nicht selten erst während des Studiums geweckt, wie auch die folgenden Beispiele zeigen.

Stefan Gerlich, 30, Institut für Experimentalphysik, Uni Wien

Die Physik faszinierte ihn schon immer. Nun hat er die Möglichkeit, mehrere Monate an einer ausländischen Universität zu forschen: „Ich werde den Sommer an der Uni Stanford verbringen. Im Herbst widme ich mich meiner Dissertation. Ich untersuche, ob es bei zunehmender Masse und Komplexität Abweichungen von quantenmechanischen Vorhersagen gibt und ob sich Quantenphänomene an makroskopischen Objekten feststellen lassen.“ Die wesentliche Arbeit aber ist „die Konstruktion und der Betrieb des leistungsstarken Molekülinterferometers“.

Maria-Katharina Lang, 41, Institut für Sozialanthropologie, Akademie der Wissenschaften

Ausschlaggebend für ihr Studium der Sozialanthropologie war „eine Reise nach Estland. Insbesondere die eigene Perspektive mit familiären Wurzeln in Estland war Motivation für das Studium.“ Ihr Projekt „Mongolische Ethnographica des österreichischen Sammlers Hans Leder in europäischen Museen“ läuft im Rahmen eines Förderprogramms des BMWF bis 2012. Interessant ist „die Konfrontation mit den ethnographischen Objekten“. Durch ihre Arbeit will Maria-Katharina Lang die Mongolei-Sammlung von Hans Leder „in Bewegung setzen“.

Thomas Gremmel, 29, Abteilung für Angiologie der Uni-Klinik für Innere Medizin, AKH

Der als „Researcher of the Month“ auf der Homepage der Med-Uni Wien ausgezeichnete Jungarzt spezialisierte sich auf die „optimalen medikamentösen Therapien nach einem Dehnungseingriff in Gefäßen“. Die sogenannten „Stents“ helfen, verengte oder verschlossene Arterien zu dehnen und so das Blut zirkulieren zu lassen. Das Problem: „Die Stents sind Fremdkörper, weshalb die Blutplättchen sich an diese heften. Somit sind plättchenhemmende Medikamente unerlässlich.“ Welche Faktoren die Medikamente beeinflussen, um eine optimale Therapiemöglichkeit zu gewährleisten, erforscht Gremmel nun genauer.

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