Junge Forscher

Alexandra Aurelia Nemeth | aus HEUREKA 4/10 vom 20.10.2010

Was bringt einen jungen Menschen dazu, eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen? Nun, in wenigstens einem der Fälle hier war der ORF Auslöser. Sehr fein.

Julia Gohm, 33, Uni Wien, Institut für Kultur und Sozialanthropologie

"Es ist ungewöhnlich, nach zwei fertigen Berufsausbildungen noch ein Studium anzuhängen", meint Julia Gohm. Die Ethnologie war immer schon ihres. Die große Chance: "Gegen Ende meines Studiums konnte ich bei einem FWF-geförderten Projekt mitarbeiten." Dieses Projekt inspirierte sie zu ihrer Dissertation: "Sie soll der Versuch einer Rekonstruktion der Studierenden des Faches Völkerkunde in der NS-Zeit sein." Besonderes Augenmerk: die Bedingungen, unter denen die Studenten gelernt und was sie aus dem Wissen nach 1945 gemacht haben.

Dominik Utz, 29, Uni Graz

Sein Herzstück ist die Astrophysik. Dominik Utz sah eine ORF-Dokumentation über das "elastische Universum" und wusste genau, was er wollte: "Des Studiums wegen bin ich nach Graz gezogen und habe ein Doppelstudium begonnen. Physik an der KF Graz und technische Physik an der TU Graz." Warum er bei der Sonnenphysik landete und nicht in der Kosmologie, sei "banal", sagt Dominik. "Österreich ist ein kleines Land. Die Unis müssen sich auf ein Thema konzentrieren, um in diesem Schwerpunkt einen gesellschaftlichen Impact zu erreichen." Er bestimmt in seiner Dissertation die "Magnetfeldstärke der kleinen solaren Features".

Martin Leitzinger, 33, Institut für Physik IGAM, KF Uni Graz

Er kommt ursprünglich von der Sonne. Martin Leitzinger beschäftigt sich in seiner Diplomarbeit mit "dynamischen Phänomenen auf der solaren Photosphäre". Jetzt wechselt er vom Tag zur Nacht: "Ich bin zur Erforschung der Sterne gewechselt." Sein Forschungsschwerpunkt stützt sich auf die Suche nach stellaren Aktivitätsphänomenen: "Ich bin auf der Suche nach Signaturen stellarer Massenauswürfe. Diese Auswürfe haben hohe Geschwindigkeiten und können Auswirkungen auf die Atmosphäre von Planeten haben, die wiederum ihren Stern in kleiner Distanz umkreisen. Wenn der Stern aktiv ist, kann es zu einem Atmosphärenverlust kommen." Somit wäre auf dem Planeten kein Leben möglich.

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