Der Countdown zum Thema

Carolin Giermindl | aus HEUREKA 5/10 vom 24.11.2010

925.000.000?Menschen weltweit leiden Hunger. Das Recht auf angemessene Ernährung ist ein Menschenrecht (Allgemeine UN-Erklärung der Menschenrechte, Art. 25).

862.000.000?Menschen rund um den Globus können laut Schätzungen der Unesco weder lesen noch schreiben. 45 bis 90 Millionen davon leben in den EU-Ländern. Experten schätzen die Zahl der Analphabeten in Österreich auf 600.000.

568.000?Frauen in Österreich (13 Prozent) sind laut jüngsten Daten der Statistik Austria von Einkommensarmut betroffen. Knapp die Hälfte davon lebt in akuter Armut.

300.000?Österreicher haben monatlich nicht mehr als 600 Euro zur Verfügung. Die Armutsgrenze für einen Ein-Personen-Haushalt liegt bei 951 Euro. Arbeitslose, Migranten, Pensionistinnen und Alleinerziehende sind besonders armutsgefährdet.

180.000?schwer verschuldete indische Bauern haben sich seit 1997 laut Angaben der indischen Staatsregierung das Leben genommen. Die Baumwollregion Vidarbha, 600 Kilometer nordöstlich von Mumbai, gilt als "Selbstmordgürtel".

70.000?Mikrofinanzinstitute existieren weltweit. Die ersten Kleinstkredite vergab die Grameen-Bank in Bangladesch, 1976 vom späteren Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus gegründet. Der Markt für Mikrokredite hat mittlerweile ein Volumen von 60 Milliarden US-Dollar erreicht.

37.000?Menschen in Österreich sind laut Sozialministerium geschätzterweise wohnungslos. Exakte Zahlen über Menschen, die auf der Straße leben, gibt es nicht. Fakt ist: Der Anteil der 18- bis 30-Jährigen unter den Obdachlosen steigt.

20.000?Hektar Getreideanbau landen bei uns jährlich im Müll. Jedes fünfte Brot wird weggeschmissen. Für diese Anbaufläche gehen etwa 75.000 Tonnen CO2 in die Luft. Das ist etwa so viel, wie 31.000 Pkw jedes Jahr ausstoßen, berechnete die Boku Wien. Die Entsorgung der gesamten Überproduktion kostet etwa sieben Millionen Euro pro Jahr.

2025?Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden in 15 Jahren fast zwei Milliarden Menschen in Gebieten mit absolutem Wassermangel leben.

2015?ist das Jahr, in dem die Vereinten Nationen die Zahl der Hungernden weltweit halbiert haben will. So lautet eines der acht Millenniumsziele, auf die sich die Weltgemeinschaft geeinigt hat. Alle Zwischenbilanzen bisher: negativ.

793?US-Dollar-Milliardäre gibt es weltweit. Ein Drittel davon hat ihr Vermögen geerbt. New York belegt mit 55 Milliardären Platz eins der Megareichen-Bürger-Liste, gefolgt von London mit 28 und Moskau mit 27 Milliardären.

535?Millionen Menschen in Afrika haben keinen Zugang zu Elektrizität. Manche Haushalte geben über 25 Prozent ihres Einkommens für Holzkohle, Kerzen oder Kerosin aus. Weltweit leben etwa 1,6 Milliarden Menschen ohne Strom.

120?Prozent mehr als noch von drei Jahren kostet heute eine Tonne Weizen. Die Getreidepreise steigen dramatisch. Eine Tonne Reis kostet 75 Prozent mehr, Mais hat eine Teuerungsrate von etwa 100 Prozent.

105?der insgesamt 148 Entwicklungsländer sind Nettoimporteure von Nahrung. Nach Schätzungen der UN wird ihr Importbedarf in den nächsten fünf Jahren auf fast 200 Millionen Tonnen Getreide ansteigen. Mitte der 90er-Jahre waren es noch 100 Millionen Tonnen.

70?Prozent aller Frauen weltweit leben in absoluter Armut. In Entwicklungsländern stehen Frauen am Ende der sozialen Leiter und haben kaum Zugang zu Bildung.

66?Prozent der österreichischen Bevölkerung spenden mindestens einmal pro Jahr, erhob das Österreichische Institut für Spendenwesen. Beamte und Landwirte spenden überdurchschnittlich viel, geringe Beteiligung gibt es bei Arbeitern und selbstständigen Geschäftsleuten.

40?Prozent der Getreideernte weltweit werden als Futtermittel für Tiere verwendet. In Österreich ist 2009 der jährliche Fleischbedarf pro Einwohner auf 100 Kilo angestiegen, 2008 waren es noch 98 Kilo pro Person. Österreicher bevorzugen Schweinefleisch (56,8 Kilo), gefolgt von 18,3 Kilo Rind- und Kalbfleisch und 20,1 Kilo Geflügel.

29?Länder der Welt sind laut Welthunger-Index 2010 sehr ernst bis gravierend von Hungersituationen bedroht. "Gravierend" ist die Lage in Burundi, in der Republik Kongo, in Eritrea und im Tschad. "Sehr ernst" in afrikanischen Länder südlich der Sahara und in Südasien.

12?Millionen Euro verwendet die Austrian Development Agency (ADA) pro Jahr für administrative Kosten. Die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ist für die Umsetzung bilateraler Programme und Projekte zuständig, die vom Außenministerium geplant und finanziert werden.

15?Sekunden dauert es noch, dann stirbt das nächste Kind an den Folgen von Mangel- und Unterernährung. 2,2 Millionen Kinder sind es jährlich.

6?der zehn reichsten Österreicher bezogen im Jahr 2008 Subventionen für ihre Ländereien, belegt Hans Weiss im "Schwarzbuch Landwirtschaft - Die Machenschaften der Agrarpolitik".

2?Spitäler für Superneureiche gibt es in den USA. Die millionenschweren Patienten leiden unter dem Sudden-Wealth-Syndrome und bedürfen medizinischer und psychologischer Behandlung.

1?Prozent des Vermögens, das Industrieländer pro Jahr erwirtschaften, würde ausreichen, um Investitionen in die Wege zu leiten, die die Armut ausrotten.

0,30?Prozent seines Bruttoinlandsprodukts gibt Österreich für Entwicklungszusammenarbeit aus. Damit bildet Österreich mit Griechenland, Portugal und Italien das Schlusslicht in der Entwicklungspolitik der europäischen Staaten.

Zu den Fotos des Themas

Die Fotografin Karin Wasner hat Menschen, die im VinziRast-CortiHaus wohnen (siehe Seite 19), gefragt, ob sie für diese Ausgabe von Falter HEUREKA auf ihren Betten für Aufnahmen zur Verfügung stehen (liegen) würden. Einige haben sich bereit erklärt - und in zwei Sätzen ihre gegenwärtige Lebenslage umrissen.

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