Gedicht

Franz Josef Czernin | aus HEUREKA 5/10 vom 24.11.2010

nicht nur caelestisch

das austoben. glanzreich kehrseitig.

hier angeherrscht, sehr gängelt es.

auch erzschrei. brachen, glutsweiss dir.

hohlmängel, ängstig. daher schuttsacht.

finster, bengelort, laut verhehlend.

uns verborgen, grubengeld. tiefsinkend.

mir leiterteilends, eng irrführst.

flugs austritt, geborsten. schürfarten dir.

und dreister, blendeinfall. die verschmelzungen.

hellhaft stichwunder. schimpf erliess dir

auch unternachts. dies argwohnung.

wie rings uns anprangst, erneuerlich

einst haarfeinst. buchoffen, goldswert.

Aus der entstehenden Gedichtreihe anfängliche gedichte von Franz Josef Czernin.

Franz Josef Czernin, geb. 1952 in Wien, lebt in Rettenegg/Stmk. Verfasser von Lyrik und Prosa, Aphorismen und Essays. Beeinflusst von der Wiener Gruppe, beschäftigt er sich auch mit traditionellen Gedichtformen wie Sonetten, Terzinen oder Sestinen. Erhielt zahlreiche Preise, u.a. den Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik (2007), seit 2008 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt erschienen: Der Himmel ist blau. Aufsätze zur Dichtung (2007), Zur Metapher. Die Metapher in Philosophie, Wissenschaft und Literatur (2007), staub.gefässe - gesammelte gedichte (2008)

Erich Klein

HEUREKA

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