Editorial

Christian Zillner | aus HEUREKA 1/11 vom 13.04.2011

Seit einiger Zeit unterhalten große Unternehmen Abteilungen für Corporate Social Responsibility, kurz CSR. Damit wollen sie ihr soziales Engagement für die Gesellschaft signalisieren.

Bevor man den akademischen Verdacht aufkommen lässt, es handle sich bloß um Heuchelei, sollten sich Institutionen wie Universitäten lieber die Frage stellen, ob ihnen so etwas nicht auch von Nutzen sein könnte.

Immerhin wird ihnen von verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren, besonders solchen aus der Wirtschaft, unterstellt, durch zwecklose Grundlagenforschung und arkane Postenbesetzungen Steuergeld zu verschwenden. Nun ist es wohl vergebliche Liebesmüh, einem Wirtschaftsfunktionär die Bedeutung von Grundlagenforschung und akademischer Freiheit begreiflich zu machen. CSR aber kennt er.

Mit CSR-Programmen könnten Unis einiges vom Vorwurf abfangen, sich um gesellschaftliche Notwendigkeiten nicht zu kümmern. Kostet Geld? Nun, wenn es der akademischen Freiheit nutzt, die gesellschaftliche Notwendigkeit, aber schwer zu vermitteln ist … Unis wehren sich wie Unternehmen gegen Einmischung von außen. Mit CSR aber gehen Letztere in die Offensive, um dem Gegner auf seinem Terrain zu begegnen.

heureka@falter.at

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