Junge Forscherinnen

Alexandra Aurelia Nemeth | aus HEUREKA 1/11 vom 13.04.2011

Manchmal zeigt sich schon in der Kindheit reges Interesse an einer Studienrichtung. Mit dem Alter steigt dann der Wunsch zu forschen, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Cordula Bartel, 28

VetMed Uni, Wien

"Die Leidenschaft zu Flora und Fauna wurde mir in die Wiege gelegt“, so Cordula Bartel. Ihre Stofftiere mussten für OPs herhalten. Als Erwachsene interessiert sie sich für die Kombination aus Veterinärmedizin, Biologie und Zellbiologie. Die "schicksalhafte Biochemieprüfung im zweiten Studienjahr Veterinärmedizin“ sieht einen Umweg vor: Bartel beendet das Studium der Biologie/Zoologie. Heute arbeitet die PhD-Studentin im Initiativ Doctoral College BIOREC als wissenschaftliche Mitarbeiterin: "Ich untersuche die Wirkung von Steroidhormonen auf die Drüsen des caninen Endometriums. Nach einer Routinekastration werden die Drüsen aus dem Gewebe gelöst und in ein 3D-Zellkulturmodell gebracht.“ Das Modell ermögliche Forschungsansätze ohne Tierversuche.

Alexandra Millonig, 39,

Austrian Institute of Technology - Mobility Dept., Wien

2005 beendete Millonig das Studium der Raumplanung. Für ihre Diplomarbeit über das "menschliche Orientierungsverhalten“ erhielt sie den Anerkennungspreis der Österreichischen Forschungsgesellschaft Straße und Verkehr (FSV). Heute untersucht die wissenschaftliche Mitarbeiterin des AIT Mobility Department das Mobilitätsverhalten von Personengruppen: "Mich interessiert einerseits, welche Routen und Verkehrsmittel Menschen wählen, andererseits, warum welche Informationsmedien genutzt werden.“ Verwendung finden ihre Erkenntnisse in der Entwicklung von Simulationsmodellen und Verkehrsinformationssystemen. Das Ziel: Förderung nachhaltiger Verkehrsverhaltensmuster. 2010 wurde sie vom Verkehrsministerium zur FEMtech-Expertin des Monats Juni gekürt.

Eva Schwab, 36, BOKU Wien - Institut für Landschaftsarchitektur

"Die Landschaftsarchitektur schien mir ein Beruf zu sein, in dem ich meine Qualitäten einbringen kann“, sagt Schwab. Vor ihrem Studium arbeitet sie sieben Jahre in Landschaftsarchitekturbüros. Doch das Bedürfnis, sich mit der "theoretischen Ebene intensiv auseinanderzusetzen“, bleibt. In Asien und Südamerika wird sie mit der Relevanz von Landschaftsarchitektur konfrontiert. Angesichts der Urbanisierungsentwicklungen in Südamerika stellt sich ihr die Frage nach der Rolle von Landschaftsarchitektur in städtischen Aufwertungsprozessen. "Ich untersuche, wie Freiflächen dazu beitragen können, Slums zu verbessern. Als Fallstudie werde ich Medellín in Kolumbien bearbeiten.“

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