Chirurgie

Bis zu 70.000 Menschen gehen in Österreich jährlich zum Schönheitschirurgen

Dieter Hönig | aus HEUREKA 1/11 vom 13.04.2011

Jährlich legen sich 50.000 bis 70.000 Menschen in Österreich unters Skalpell des Schönheitschirurgen. Ob dieser dafür auch die Lizenz hat, wird selten gefragt. Viele "Schönheits-Docs“ entpuppen sich als Ärzte unterschiedlicher Fachgruppen. Wirklich gelernt hat das Metier nur der Facharzt für Ästhetische, Plastische und Wiederherstellende Chirurgie. Eine gesetzliche Grauzone, die dies bisher in Europa möglich machte, soll nun beseitigt werden.

Seit Monaten bemüht sich die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie um eine EU-Norm. Sie soll u.a. Ausstattung und Hygiene von OP-Räumen, Werbeaussagen sowie Leitlinien für Patientenaufklärung beinhalten und 2013 europaweit in Kraft treten. "Grundsätzlich haben Normen Empfehlungscharakter“, sagt der Präsident der Gesellschaft, Helmut Hoflehner. "Sie können in der Folge als Vorlage für Gesetze dienen.“ Sobald die EU-Norm in Kraft tritt, ist davon auszugehen, dass sie bei Gerichtsverfahren als fachliche Grundlage herangezogen wird.

Pionierarbeit in puncto Patientenaufklärung und Transparenz leistet der ästhetisch-plastische Chirurg Univ.-Prof. Edvin Turkof. Dieser Tage erscheint der 13. Band seiner Serie "Enzyklopaedia Aesthetica“ im Maudrich-Verlag.

Das für den interessierten Laien konzipierte Werk (jedem Schönheitsthema ist ein eigener Band gewidmet) spricht endlich Klartext über sinnvolle Eingriffe und Machbarkeiten, aber auch mögliche Risken. Edvin Turkof: "Die Bücher sind als Aufforderung zu verstehen, Verantwortung gegenüber dem eigenen Körper zu zeigen und eine realistische Erwartungshaltung einzunehmen.“

www.enzyklopaedia-aesthetica.com

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