Verhaltensforschung

Sehen gemeinsam die Welt: Herr & Hund teilen "Hirn“

Alexandra Markl | aus HEUREKA 1/11 vom 13.04.2011

Verhaltensforschung an Hunden und Wölfen zur Frage: Was bestimmt die Grundstruktur einer Beziehung?

Dieser Frage gingen Manuela Wedl und Kurt Kotrschal von der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle Grünau nach. Die Verhaltensbiologen beobachteten dazu Hunde mit ihren Besitzern: "Denn Menschen und ihre Kumpantiere teilen dasselbe soziale Hirn“, sagt Kotrschal. Daher seien die Erkenntnisse aus der Interaktion Mensch-Hund eine gute Arbeitshypothese für das Studium menschlicher Beziehungen und Kooperationen.

Dazu wurde die Aufmerksamkeit des Herrls vom Tier abgelenkt, das Verhalten des Hundes dabei beobachtet und mit der Persönlichkeit des jeweiligen Besitzers verglichen. Bei Menschen mit geringer emotionaler Stabilität "wird der Hund zum sozialen Unterstützer und hält sich in der Nähe seines Besitzers auf. Das sind oft Liebesbeziehungen.“

Im Rahmen des Wolf Science Center (WSC) beschäftigt sich Kotrschal ebenfalls mit Kooperation - anhand von Wölfen. "Wir gleichen dem Wolf wesentlich mehr als dem Affen - der Wolf ist zwar grausam nach außen, jedoch extrem kooperativ in der Gruppe - das ist der Schimpanse nicht. Der Wolf ist ein idealer Spiegel, um etwas über den Mensch zu erfahren.“ Im WSC im Wildpark Ernstbrunn kann man die Tiere bald auf dem größten Laufband der Welt betrachten: "So können wir die Jagd der Wölfe erstmals im Gehege simulieren - das ist weltweit einzigartig.“

Informationen zum Wildpark Ernstbrunn:

www.wolfscience.at

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