Chirurgie

Das falsche Bein abgenommen? Mehr Qualitätssicherung soll das künftig vermeiden helfen

Dieter Hönig | aus HEUREKA 2/11 vom 25.05.2011

Patienten-, Organ- und Probenverwechslungen oder auch Transfusionszwischenfälle gehören zu den vermeidbaren Komplikationen im Krankenhaus. Trotz fortgeschrittener Technik und gut ausgebildetem Personal passiert derlei immer wieder und sorgt für entsprechende Schlagzeilen.

"Bei Aufarbeitung dieser Fälle lassen sich in mehr als 80 Prozent Systemfehler als Hauptursache identifizieren. Wir haben es mit schwachen Systemen und nicht mit schwachen Menschen zu tun“, sagt Univ.-Prof. Norbert Pateisky, Leiter der Abt. Risikomanagement und Patientensicherheit an der Univ.-Frauenklinik Wien.

Die Österreichische Gesellschaft für Chirurgie ÖGC hat in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Österreichischer Chirurgen 2004 einen Arbeitskreis gegründet, der sich dem Thema Qualitätssicherung widmet. Auf Initiative der ÖGC erfolgten österreichweit erste Qualitätsstudien, die die Chirurgie wesentlich verbessern konnten. "Wir haben erkannt, dass Kontrolle aus dem eigenen Fachbereich erfolgen muss und nicht als Folge medialen oder rechtlichen Drucks“, sagt Univ.-Prof. Rudolf Roka, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie und Initiator des Arbeitskreises.

Am 52. Österreichischen Chirurgenkongress, der vom 23. bis 25. Juni in Wien stattfindet, ist Qualitätssicherung eines der Hauptthemen. Rudolf Roka: "Qualität sollte im Bewusstsein des Chirurgen, unabhängig von Ehrgeiz und optimalen Zahlen, als ethische Selbstverständlichkeit verankert sein.“ Vom Gesundheitssystem erwarte er sich entsprechende Voraussetzungen. Dafür seien eine optimal strukturierte Ausbildung, die Behebung personeller Defizite und die Befreiung des Chirurgen von arztfremden Tätigkeiten notwendig.

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