Editorial

Christian Zillner | aus HEUREKA 3/11 vom 22.06.2011

46 Prozent aller US-Amerikaner erleiden im Verlauf ihres Lebens eine psychische Erkrankung, ergab eine Studie des National Instituts of Mental Health zwischen 2001 und 2003. Der Grund? Nicht zuletzt stark beworbene und verschriebene Psychopharmaka, schreiben Psychiater wie Irving Kirsch oder Robert Whitaker. Liest man ihre Bücher oder die Artikel darüber von Marcia Angell in der New York Review of Books, klingen Begriffe wie "wissenschaftliche Foschung“ und "objektiver Nachweis von Wirksamkeit“ im Zusammenhang mit der Zulassung dieser Psychopharmaka fast wie eine Gemeinheit. Whitaker vergleicht gar eines von ihnen mit einem Virus, der bei Kindern und Erwachsenen Schäden im Gehirn verursacht. So viel zur wissenschaftlichen Auffassung psychischer Krankheiten als fehlgeleitete chemische Prozesse im Gehirn. Diese Ausgabe widmet sich der verfehlten gesellschaftlichen Wahrnehmung von Menschen, die wir "Behinderte“ nennen, weil sie in ihren Lebensvollzügen behindert werden. Dazu eine Empfehlung (ab Mitte Juli erhältlich):

Franz-Joseph Huainigg

Barrierefreies Wien

Lebens- und Mobilitätsratgeber für behinderte Menschen, 384 S. ISBN 978-3-85439-450-1

Falter Verlag, 16,50 Euro

www.faltershop.at

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