Entwicklungspolitik

Gemeinwohl basiert auf Demokratie

Katharina Fritsch | aus HEUREKA 4/11 vom 27.10.2011

Mit dem Gemeinwohl beschäftigte sich die 5. Österreichische Entwicklungstagung im Oktober in Krems. Als einen "Ort der Vernetzung, wo neue Perspektiven eröffnet werden“, beschreibt Gerald Faschingender, Direktor des Paulo-Freire-Zentrums, die Entwicklungstagung. Sie ist ein jährlicher Treffpunkt der entwicklungspolitischen Szene: NGO-Vertreter, Regierungsmitglieder, Parlamentarier, Wissenschafter u. a. diskutierten das Thema "Gemeinwohl entwickeln. Der Staat zwischen Gemeinschaft und Weltgesellschaft”.

Die Tagung wurde vom Paulo-Freire-Zentrum zusammen mit der AG Globale Verantwortung, der Donau Uni Krems, der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung und der Kommission für Entwicklungsfragen der OeAD-Gmbh veranstaltet.

Die vier Hauptreferenten waren Marcio Pochmann, brasilianischer Ökonom, Padma Pushpakanthi, Leiterin eines Frauennetzwerks in Sri Lanka, Daniel Keftassa, Agrarexperte aus Äthiopien und Wolfram Schaffar, Professor am Institut für Internationale Entwicklung der Uni Wien. In Form von Workshops und in einem Open Space Forum gab es weiteren Raum für Diskussionen.

"Act together, act now, act differently!” Das Plädoyer von Daniel Keftassa verdeutlicht die Notwendigkeit verschiedener Strategien und internationaler Zusammenarbeit hinsichtlich der Gestaltung weltweiten Gemeinwohls. Vielfalt ja, doch eines wurde klar: Ob im "Vorzeigeland Brasilien”, wo ein Wohlfahrtsstaat ähnlich dem europäischen Nachkriegsmodell aufgebaut wird, oder in Sri Lanka, wo soziale Bewegungen die treibenden Kräfte darstellen, Gemeinwohl hängt mit demokratischen Strukturen zusammen: entweder als Bedingung oder auch als mögliche "Folge wohlfahrtsstaatlicher Maßnahmen”, so die These von Wolfram Schaffar.

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