Medizin

Darm-OP ohne sichtbare Narbe dank knopfloch-technischer Operationsverfahren

Dieter Hönig | aus HEUREKA 4/11 vom 27.10.2011

Während sich die Knopflochchirurgie seit gut 20 Jahren bei den meisten chirurgischen Eingriffen durchgesetzt hat, war man bei Darmoperationen lange Zeit zurückhaltend. "Jede neue Technik ist genauestens zu evaluieren und darf für den Patienten kein erhöhtes Risiko darstellen“, erklärt Andreas Shamiyeh, Chirurg am AKH Linz, Vorreiter narbenfreier OP in Oberösterreich und Gastgeber des kürzlich in Linz stattgefundenen 3. ASIS-Symposiums. In den letzten Jahren fand die laparoskopische Zugangstechnik auch bei Darmoperationen zunehmend Verbreitung, nachdem viele Studien ein vergleichbar gutes Ergebnis offener und knopflochtechnischer Operationsverfahren bewiesen hatten.

Inzwischen bewährt sich die narbenfrei durchgeführte SIL-Technik - das OP-Gebiet wird durch einen einzigen, kleinen Schnitt im Bauchnabel erschlossen - laut neuesten Studien nicht nur für Eingriffe an Gallenblase, Blinddarm oder Leiste, sondern auch bei größeren Darmresektionen.

"Abgesehen vom kosmetischen Vorteil und dem geringen Operationstrauma für den Patienten bringt die narbenfreie SIL-Technik in unserer 3-Jahres-Untersuchung auch bei größeren Dickdarm-OP ein gleichwertig gutes chirurgisches Ergebnis wie die klassische Schlüsselloch-Chirurgie. "Auch ursprüngliche Bedenken hinsichtlich vermehrter Komplikationen wie etwa Nabelbrüche haben sich bis dato nicht bestätigt“, berichtet Walter Brunner, leitender Chirurg am KH Rorschach/St.Gallen, der mit über 1100 SIL-Eingriffen in Europa als Pio-nier dieser OP-Technik gilt.

"Momentan stellt der narbenfreie Zugang durch den Darm die Operationsmethode mit der geringsten Invasivität dar“, bestätigt auch der deutsche SIL-Pionier, Chirurg Boris Vestweber aus Leverkusen.

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige